Rohstoffgewinnung in Deutschland – volkswirtschaftlich unverzichtbar

Eine tragende Säule unserer Volkswirtschaft ist so alt wie die Menschheit: die Rohstoffwirtschaft, der so genannte primäre Sektor. Eine nachhaltig funktionierende Volkswirtschaft ist auf Rohstoffe angewiesen – ohne sie gibt es keine Industrie, keine Dienstleistung, keine IT, kein Stahl, keine Energie.

Auch in Deutschland war und ist die Rohstoffwirtschaft ein wichtiger Baustein unserer Volkswirtschaft. Denn die Rohstoffe unseres Landes sind keineswegs nur Wissen und kluge Köpfe, sondern sie liegen auch tief unter der Erdoberfläche. Deutschland bleibt ein Rohstoffland – auch nach dem Grundsatzbeschluss, die subventionierte Förderung der Steinkohle Ende 2018 zu beenden: Von den etwa 1.100 Tonnen an Energie-, Metall- und mineralischen Rohstoffen, die ein Mensch in unserem Land im Laufe seines Lebens verbraucht, stammt ein erheblicher Anteil aus deutscher Produktion. Bei Braunkohle, Kaolin, Stein- und Kalisalzen gehört unser Land weltweit zu den größten Produzenten, und auch bei Sand, Kies, Ton, Kalk- und Gipsstein können wir unseren Bedarf selbst decken. Im Bergbau ist Deutschland bei Technologie und Know-how international führend und genießt hohes Ansehen.

Dass unser Land über eigene Rohstoffvorkommen verfügt, ist jedoch nur unzureichend im öffentlichen Bewusstsein verankert: Viele Menschen essen ihr Sonntagsbrötchen und ein gekochtes Ei, aber sie machen sich kaum mehr bewusst, dass die Vorprodukte des Brötchens nicht vom Bäcker, sondern vom Acker kommen, und dass das Salz für das Frühstücksei meist aufwändig unter Tage gefördert wird. Es ist deshalb notwendig, auf die Vorteile der heimischen Rohstoffvorkommen hinzuweisen: Sie machen uns importunabhängiger, ermöglichen die Schaffung vieler tausend Arbeitsplätze auch in strukturschwachen Regionen und stellen zum Teil sogar Exportschlager dar. Mit 200.000 Beschäftigten in mehr als 6.000 Betrieben, die zusammen einen Umsatz von etwa 43 Milliarden Euro erwirtschaften, leistet die deutsche Rohstoffindustrie einen beachtlichen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. In der gesamten Rohstoffwertschöpfungskette bis zum fertigen Produkt sind hierzulande bis zu sechs Millionen Menschen beschäftigt. Aus diesen Gründen benötigt das Land eine Politik, welche auch die heimische Rohstoffgewinnung nachhaltig sicherstellt. Rohstoff-Abbau und neue Projekte sind volkswirtschaftlich unverzichtbar.

 

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