Warum Düngen?

Damit Pflanzen gedeihen, brauchen sie – neben Sonnenlicht und Wasser – Mineralien. Diese wissenschaftliche Erkenntnis ist rund 200 Jahre alt und geht auf den Agrarwissenschaftler Carl Sprengel zurück. 1828 identifizierte er erstmals zwölf Stoffe als Nährstoffe. Darunter Kalium, Magnesium, Stickstoff und Calcium, welche die Pflanze mit ihren Wurzeln aus dem Boden aufnimmt. Sprengel gilt als geistiger Wegbereiter der neuzeitlichen Landbauwissenschaft.

 

Mit der Ernte verlassen auch die in den Pflanzen gespeicherten Nährstoffe den Acker.

Der deutsche Chemiker Justus von Liebig vertiefte Sprengels Forschungsansätze zur Ernährungsweise der Pflanze. Nicht aus purem Zeitvertreib: Seit der Industrialisierung stellte sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts die große Frage, wie eine stetig anwachsende Bevölkerung ausreichend mit Nahrung versorgt werden könnte. Die Antwort darauf war die gezielte Ernährung der Pflanze mit Düngemitteln, denn: Obwohl der Boden von Natur aus über Nährstoffreserven in unterschiedlicher Zusammensetzung und Dichte verfügt, sind diese nicht unerschöpflich. Jeder Wachstumszyklus entzieht dem Boden Mineralien, die mit dem Erntegut abtransportiert werden. Damit der Boden nicht stetig verarmt und das Pflanzenwachstum dadurch immer geringer wird, müssen die entzogenen Mineralien durch Düngung ersetzt werden.

Liebigs Erkenntnis, dass Pflanzen die Nährstoffe Stickstoff, Phosphat und Kali für ein optimiertes Wachstum benötigen, legte die Idee einer Mehrnährstoffdüngung nahe. Die praktische Anwendung seiner Lehre führte seither zu einer Vervielfachung der Ernteerträge. So ist die agrarische Produktion in Deutschland zwischen 1873 und 1913 um 90 Prozent gestiegen. Diese Zunahme basierte auf der Verwendung von bergbautechnisch gewonnenen sowie industriell hergestellten Düngemitteln. Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden in Deutschland die ersten Düngemittelfabriken, die vor allem Phosphat und Superphosphat herstellten.

Doch erst durch die Entdeckung kalihaltiger Salze in Staßfurt 1856 und durch die Inbetriebnahme der ersten Kaliberwerke der Welt war dieser Rohstoff in großen Mengen verfügbar und konnte von Landwirten flächendeckend eingesetzt werden. Bis 1918 war das Deutsche Reich der einzige Kaliproduzent. Heute wird Kalium auch vor allem in Kanada, Russland, Weißrussland und am Toten Meer gewonnen.

 

Porträt Justus von Liebig

Ohne Kenntnis und Anwendung der Liebig`schen agrikulturchemischen Grundsätze wäre die Ernährung industriell und großstädtisch organisierter Gesellschaften nicht möglich. Zu Recht gilt Justus von Liebig damit als Begründer des Zeitalters der Mineraldüngung.

Die Mischung macht´s

Es reicht jedoch nicht aus, der Pflanze einzelne Nährstoffe in den richtigen Mengen zum richtigen Zeitpunkt innerhalb ihres Wachstumszyklus` zu verabreichen. Auch das Verhältnis der Nährstoffe zueinander muss ausbalanciert sein.

Nicht nur Kali, Stickstoff und Phosphat sind im richtigen Verhältnis zueinander nötig, damit die Pflanze sich ihrer Natur gemäß entfalten kann. Sie benötigt auch unterschiedliche Mengen an Magnesium, Schwefel oder „Mikronährstoffen“ wie Calcium, Eisen, Zink, Kupfer, Bor oder Mangan, die bestimmte Enzyme aktivieren können und so den Pflanzenstoffwechsel steuern. Wenn nur ein Nährstoff fehlt, hilft die gute Versorgung mit allen andern nicht.
Dies hatte schon Justus von Liebig in seinem 1840 veröffentlichten sogenannten „Gesetz des Minimums“ formuliert.

 

Alte Reklame

Das Gesetz des Minimums: Auf jeden Nährstoff kommt es an

Das von Justus von Liebig formulierte „Gesetz des Minimums“ besagt, dass Wachstum und Ertrag der Pflanzen vom Faktor begrenzt werden, der sich im Minimum befindet. Das können vom Menschen nicht beeinflussbare Faktoren wie Licht und Wärme sein, aber auch von ihm beeinflussbare wie die Nährstoffe im Boden. Jeder einzelne kann eine begrenzende Wirkung auf das Wachstum bzw. den Ertrag ausüben, wenn er nicht in seiner für die Pflanze optimalen Menge verfügbar ist.

Wie aber weiß der Landwirt, was seinem Boden fehlt? Denn eine beliebige Zuführung von Mineralien kompensiert nicht automatisch den spezifischen Bedarf eines Bodens. Und nicht jeder Boden eignet sich gleichermaßen für den Anbau verschiedener Pflanzen. So bringt eine fette Schwarzerde ganz andere Grundvoraussetzungen für eine bestimmte Pflanzenart mit sich als beispielsweise ein karger Sand- oder Kreideboden. Der Landwirt weiß, dass zum Beispiel Rüben einen ganz anderen Appetit auf Nährstoffe entwickeln als Gerste oder Weizen.

Am Anfang der Düngung steht die Bodenanalyse

Am Anfang einer jeden Düngemaßnahme steht zunächst immer eine Bestandsaufnahme. Hierzu werden Bodenanalysen gemacht, mit deren Hilfe genau festgestellt werden kann, über welche Nährstoffe in welcher Zusammensetzung und Dichte der Boden verfügt.

Voraussetzung für eine erfolgreiche landwirtschaftliche Anwendungsberatung sind die Forschungsaktivitäten und Feldversuche von K+S. Die gewonnenen Erkenntnisse erlauben eine gezielte, standortgerechte Bewertung von Nährstoffform, Düngermenge und Düngungszeitpunkt. Die K+S KALI GmbH betreut zurzeit rund 130 Feldversuche rund um den Erdball. Unter stets neuen Bedingungen führt die K+S in ihrem Feldversuchswesen den Nachweis, dass Kali und Magnesium Ertrag und Qualität der Landwirtschaft steigern.

 

Beratungsgespräch: Die landwirtschaftliche Anwendungsberatung von K+S bietet eine standortgerechte Bewertung von Nährstoffform, Düngermenge und Düngungszeitpunkt.

Die Spezialisten bei K+S arbeiten nicht nur an der Optimierung der Kalium- Magnesium- und Schwefeldüngung, sondern entwickeln Düngungsempfehlungen und stehen Bauern aus aller Welt beratend zur Seite.

Was bewirken Nährstoffe in der Pflanze?

Übersicht der wichtigsten Nährstoffe und Mineralien, Lebenselixier der Pflanzen:

  • Stickstoff (N) ist Baustein des Eiweißes und aller eiweißartigen Verbindungen im Stoffwechsel sowie Bestandteil des Blattgrüns (Chlorophyll). Mit Stickstoff wird das Wachstum gesteuert. Er gilt daher als „Motor“ des Pflanzenwachstums.
  • Phosphat (P) ist Bestandteil zahlreicher wichtiger Verbindungen im pflanzlichen Organismus und beeinflusst so den gesamten Stoffwechsel. Maßgeblich fördert er die Blüten- und Fruchtbildung.
  • Kalium (K) reguliert den Wasserhaushalt, erhöht die Standfestigkeit der Pflanze und macht sie widerstandsfähiger gegenüber Frost, Trockenheit, Pilzerkrankungen und Schädlingen.
  • Magnesium (Mg) ist ein wichtiger Baustein des grünen Pflanzenfarbstoffs Chlorophyll, der bei der Ausnutzung des Sonnenlichts für die Energiezufuhr (Photosynthese) eine zentrale Rolle spielt.
  • Schwefel (S) dient dem Eiweißaufbau und sichert damit die Stickstoff-Ausnutzung. Er ist unverzichtbar bei der Bildung von Kohlehydraten (Stärke, Zucker), Vitaminen, Enzymen und Geschmacksstoffen.

Hochwertige Mineraldünger Lebenselixier der Pflanze

Die K+S KALI GmbH verarbeitet Kali- und Magnesiumrohsalze mit den lebensnotwendigen Mineralien Kalium, Magnesium und Schwefel zu hochwertigen Mineraldüngern für die Landwirtschaft und hält damit für die Nährstoffansprüche unterschiedlichster Böden und Pflanzen das passende Produkt bereit. Die modern ausgerüsteten Kaliwerke in Deutschland haben insgesamt eine Produktionskapazität von rund 7,5 Millionen Tonnen Kali- und Magnesium. Weit über die Hälfte davon werden in etwa 70 Länder der Welt exportiert. Die deutschen Lagerstätten enthalten als einzige der Welt neben Kalium auch Magnesium und Schwefel, sodass diese wichtigen Pflanzennährstoffe gleichzeitig gewonnen und zu besonders hochwertigen Mineraldüngern verarbeitet werden können. Unser Kaliumsulfat beispielsweise enthält im Gegensatz zum standardmäßig eingesetzten Kaliumchlorid wenig Salz. Es eignet sich daher besonders für die zielgerichtete Düngung chloridempfindlicher Kulturen und wirkt darüber hinaus einer Bodenversalzung entgegen.

Düngemittelspezialitäten auf einen Blick

Bodendüngung Hauptnährstoffe Kulturen und Anwendungsbereiche
60er Kali® K Alle chloridunempfindlichen Kulturen, z.B. Getreide, Mais, Soja, Zuckerrüben; chloridische K-Komponente in Mehrnährstoffdüngern
KALISOP® K, S Alle chloridempfindlichen Kulturen, unentbehrlich im Tabak- Obst- und Gemüseanbau; sulfatische K-Komponente in Mehrnährstoffdüngern, zugelassen im ökologischen Landbau (ÖkoLb).
Magnesia-Kainit® K, Mg, Na, S Vor allem Grünland- und Feldfutteranbau; natriumhaltiges Kalirohsalz, ÖkoLb.
Korn-Kali® K, Mg, S Standarddünger für den Ackerbau, z.B. für Getreide, Mais, Zuckerrüben und Raps in vielen europäischen Ländern; Einsatz als Einzeldünger sowie als Komponente in Mischdüngern.
Patentkali® K, Mg, S In Mg-bedürftigen, chloridempfindlichen Kulturen, vor allem Kartoffeln, aber auch Feldgemüse, Obst und Weinreben, ÖkoLb.
ESTA® Kieserit Mg, S Voll wasserlöslicher Mg- und S-Dünger für Landwirtschaft, Gartenbau, Forst- und Sonderkulturen; vor allem Raps, Ölpalmen, ÖkoLb.

 

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