Unternehmensstrategie und strategische Ausrichtung der Geschäftsbereiche

Wachstumsstrategie 

Im Jahr 2015 haben eine Konjunkturschwäche in den Volkswirtschaften wichtiger Schwellenländer, niedrige Preise für Agrarrohstoffe und ein zunehmend kompetitives Marktumfeld im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte die K+S Gruppe vor große Herausforderungen gestellt. Mit unserer starken Position in Europa, unseren Spezialitäten-Produkten im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte und dem wachstumsorientierten Salzgeschäft sowie der konsequenten Umsetzung unseres Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungsprogramms „Fit für die Zukunft“ konnten wir uns erneut gut behaupten. Die eingeschlagene Zwei-Säulen-Strategie zahlt sich aus. Wir werden diese in den kommenden Jahren weiter konsequent verfolgen.

Wir wollen in beiden Säulen weiter wachsen – dabei werden uns Programme wie „Kali 2.0“ und „Salz 2020“ helfen. Als Investition in die Zukunft wird die neue Kaliproduktion in Kanada (Legacy Projekt) erheblich zum Wachstum der K+S Gruppe beitragen. Im Zentrum der finanziellen Ziele steht die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts in Form einer Prämie auf die Kapitalkosten vor Steuern in Höhe von mindestens 15 %. Erstmals haben wir uns zudem ein ambitioniertes Mittelfristziel mit Blick auf das Konzern-EBITDA gesetzt. Trotz der derzeitigen Herausforderungen sind die mittel- und langfristigen Wachstumstrends nach wie vor intakt. Auf Basis dieser Annahmen ist ein Konzern-EBITDA in 2020 von rund 1,6 Mrd. € (2015: 1,1 Mrd. €) weiterhin unser Ziel.

Differenzierung und nachhaltiges Margenwachstum durch Spezialisierung

K+S strebt den Ausbau der Marktpositionen in ihren Geschäftsbereichen insbesondere über die Vermarktung ihrer vielfältigen Spezialprodukte an. Die Veredelungsstrategie ermöglicht in den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz die Realisierung höherer Margen und ein gegenüber Marktschwankungen robusteres Geschäft.

Effizienzsteigerung und Nutzung von Synergien

Die Kostenposition stellt im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit in den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz einen zentralen Erfolgsfaktor dar. Unser Fokus liegt dabei auf der konsequenten Verfolgung von Kostensenkungs- und Flexibilisierungsinitiativen über die gesamten Prozessketten hinweg. Im Jahr 2013 haben wir aus diesem Grund das Programm „Fit für die Zukunft“ aufgelegt, das zur dauerhaften Verbesserung der Kosten- und Organisationsstruktur beitragen soll. Unser Ziel ist es, in den Jahren 2014 bis 2016 Kosten in einer Größenordnung von insgesamt 500 Mio. € gegenüber einer seinerzeit erstellten Planung für diesen Zeitraum einzusparen. Durch die umgesetzten Maßnahmen haben wir mit Ablauf des Berichtsjahres bereits knapp zwei Drittel der Einsparungen erzielt.

Die weitgehend vergleichbaren Abbauverfahren ermö­glichen die Realisierung von weiteren Synergien zwischen den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz beim Austausch von technischem, geologischem und logistischem Know-how sowie Skaleneffekte bei der Beschaffung von Maschinen und Hilfsstoffen. Im Jahr 2015 wurde ein Projekt angestoßen, um auch auf der Vertriebsseite in ausgewählten Regionen auf bestehende Ressourcen gemeinsam zurückzugreifen und einen geschäftsbereichsübergreifenden Marktauftritt zu ermöglichen (Cross-Selling).

Ausbau eines ausgewogenen Regionalportfolios

Weltweit sind sowohl Kali- als auch Salzmärkte durch saisonale wie auch regionale Nachfrageschwankungen gekennzeichnet. K+S zielt auf ein ausgewogenes Regionalportfolio ab, das eine Abfederung zyklischer Markttrends sowie einen Ausgleich von anderen, z. B. wetterbedingten Schwankungen, ermöglichen soll.

Setzen von Standards für Qualität, Zuverlässigkeit und Service

Ziel von K+S ist es, im Markt der bevorzugte Partner ihrer Kunden zu sein. Konsequente Kundenorientierung und hohe Produktqualität sind hierfür entscheidende Voraussetzungen. Die individuelle Beratung der Kunden ermöglicht, bedarfsgerechte Lösungen zu identifizieren und anzubieten.

Strategische Ausrichtung der Geschäftsbereiche

K+S verfügt mit den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz über zwei in vielen Teilen der Wertschöpfung synergetisch verbundene und sich komplementär ergänzende Arbeitsgebiete mit attraktiven Wachstumsperspektiven.

Neben dem organischen Wachstum streben wir in den angestammten Geschäftsbereichen auch Wachstum über Akquisitionen und Kooperationen an.

 

Strategie Kali- und Magnesiumprodukte

 

Für den Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte ergeben sich für die Zukunft folgende strategische Handlungsfelder.

Der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte zielt auf eine ausgewogene Präsenz in den wichtigen Agrarregionen Europa, Südamerika, Nordamerika und Asien ab, um so einen Ausgleich der saisonalen Unterschiede und eine Verminderung von konjunkturell bedingten, regionalen Nachfrageeffekten zu ermöglichen. Der Ausbau der Marktposition in bedeutenden Überseeregionen und die Erschließung neuer, attraktiver Absatzgebiete in künftigen Wachstumsregionen werden daher weiter verstärkt vorangetrieben.

Einen zentralen Beitrag dazu wird unser Legacy Projekt in der kanadischen Provinz Saskatchewan leisten. Wir erwarten die Inbetriebnahme im Sommer dieses Jahres. Danach soll die Produktionskapazität sukzessive auf jährlich 2,86 Mio. t im Jahr 2023 ausgebaut werden. Mit Abschluss der Bauphase werden dauerhaft mehr als 300 Arbeitsplätze für die Kaliproduktion geschaffen. Das Legacy Projekt wird das bestehende deutsche Produktionsnetzwerk von K+S um einen bedeutenden nordamerikanischen Standort ergänzen.

Darüber hinaus verfolgt der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte eine weitere Erhöhung des Anteils an „Spezialitäten-Produkten“ im Portfolio. Zur Erhöhung des Wertbeitrags und um sich zunehmend unabhängiger vom Standardkali (MOP) zu machen, werden die hochmargigen Produktsegmente weiter ausgebaut und ertragsstarke Nischen besetzt.

Sehr bedeutsam ist für uns die Optimierung unserer Produktionsstrukturen. Wir wollen die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen bestmöglich nutzen. Zudem hat sich K+S mit dem hessischen Umweltministerium auf Eckpunkte für einen Vier-Phasen-Plan zur dauerhaften Salzabwasser-Entsorgung im Werra-Kalirevier verständigt, der einen Regelungszeitraum bis zum Jahr 2075 beinhaltet.

Als Ergänzung zum gruppenweiten Programm „Fit für die Zukunft“ wurde das Projekt „Kali 2.0“ im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte initiiert. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zielt das Programm neben Kosteneinsparungen auf die Weiterentwicklung von Geschäftsprozessen und die Einführung einer neuen Aufbau- und Ablauforganisation. Derzeit erfolgt die Umsetzung der Projektergebnisse.

Strategie Salz

 

Für den Geschäftsbereich Salz ergeben sich für die Zukunft folgende strategische Handlungsfelder.

Der Geschäftsbereich Salz zielt insbesondere darauf ab, in ausgewählten Regionen und Produktsegmenten weiter zu wachsen. Bei unserer europäischen Tochtergesellschaft esco werden die Geschäfts- und Werksprozesse optimiert und die organisatorischen Strukturen angepasst, um flexibler auf Marktveränderungen reagieren zu können. Im Rahmen der Wachstumsstrategie erhöht esco die Produktionskapazitäten für Steinsalz in den deutschen Steinsalzbergwerken. Darüber hinaus setzt esco auf Wachstum in hochmargigen Segmenten, wie beispielsweise bei Pharmasalzen. Mit diesen Maßnahmen wird die Wettbewerbsfähigkeit langfristig gesteigert.

In Nordamerika ist eine wesentliche strategische Zielsetzung die Stärkung des Geschäfts mit Salzprodukten, die nicht dem Auftausalzgeschäft zuzuordnen sind, um so das Gesamtportfolio robuster gegenüber Wetterschwankungen aufzustellen. Die konsequente Umsetzung unserer Premium-Markenstrategie im US-amerikanischen und kanadischen Konsumentengeschäft unterstützt dieses Ziel ebenso wie die ausgeprägte Service- und Qualitätsorientierung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Erreichung ambitionierter Effektivitäts- und Effizienzziele durch Konsolidierung und verbesserte Nutzung unseres nordamerikanischen Produktions- und Distributionsnetzwerks. So haben beispielsweise im Jahr 2015 die ganzheitliche Optimierung sämtlicher Warenströme im Netzwerk sowie die Neuausschreibung des gesamten nordamerikanischen Transportgeschäfts zu einer erheblichen Senkung der Transportkosten bei gleichzeitiger Erhöhung der Dienstleistungsqualität beigetragen. Für die Jahre 2016 und darüber hinaus planen wir eine weitere signifikante Profitabilitätssteigerung, unter anderem durch die fortschreitende Konsolidierung unserer Produktions- und Distributionsstandorte. Die Umsetzung der Initiative „SCORE“ zielt auf Effizienzsteigerungen und höhere Produktverfügbarkeit durch eine Optimierung der Werksprozesse über alle Produktionsstandorte ab. Neben den zuvor genannten Maßnahmen verfolgen wir außerdem insbesondere im Auftausalz- und Industriesalzgeschäft das Ziel einer optimierten Nutzung der Lieferpotentiale des globalen K+S-Produktions­netzwerks.

In Lateinamerika wurde die im Vorjahr begonnene Einführung der Retail-Speisesalzmarken „Lobos“ und „Biosal“ in Peru auch im Jahr 2015 konsequent fortgesetzt. Der Absatz konnte im Jahresverlauf mit aktiver Unterstützung durch Werbekampagnen kontinuierlich gesteigert werden. Der weitere Ausbau dieses Geschäfts sowie die Optimierung der Logistikkette stehen in den kommenden Jahren im Fokus, um in dieser Region weiteres Wachstumspotential zu erschließen.

Darüber hinaus hat der Geschäftsbereich Salz die Zielsetzung, die Expansion nach Asien voranzutreiben. Neben einem Ausbau der Lieferungen von Salz für Anwendungen in der chemischen
Industrie ist beabsichtigt, Morton Salt dort in ausgewählten Regionen und Segmenten zu etablieren. Über Personal vor Ort soll sowohl das strategische Ziel der Absatzsteigerung und Festigung der Kundenbindung in den bereits bedienten Produkt- und Kundensegmenten als auch die Erschließung neuer Segmente erreicht werden.

Unsere Strategie „Salz 2020“, welche die zuvor genannten Initiativen bündelt, nimmt somit weiter an Fahrt auf. Wir befinden uns auf einem guten Weg zu unserem Ziel, das operative Ergebnis (EBIT I) des Geschäftsbereichs Salz bis zum Jahr 2020 auf Basis eines Normalwinters auf über 250 Mio. € zu steigern. Im Jahr 2015 haben wir diesen Wert wegen des guten Winters in Nordamerika bereits überschritten. Ein Beispiel für weiteres Wachstum ist die technisch innovative Anwendung der hochreinen Salze aus den Lagerstätten in Nord-Chile für den Kupferbergbau. Das sogenannte „Copper Leaching“ meint dabei das chemische Verfahren zur Extraktion des Kupfererzes aus dem geförderten Roherz, bei dem unter anderem Salz zum Einsatz kommt. Nach Abschluss von Pilotprojekten, die die Potentiale eindrucksvoll untermauert haben, sind für die Jahre 2016 und 2017 weitere Kupferminen als Kunden identifiziert. Das Ziel von K+S ist es, die führende Rolle in diesem Segment als Partner des Kupferbergbaus auszubauen.

Strategie zum Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen

Als Rohstoffunternehmen denken und handeln wir langfristig. Für uns bedeutet nachhaltige Entwicklung Zukunftsfähigkeit. Wir werden wirtschaftlich auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn wir bei unserem unternehmerischen Handeln, welches auf die Erzielung nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolgs ausgerichtet ist, auch ökologische und soziale Aspekte angemessen berücksichtigen. Daher identifizieren und bewerten wir frühzeitig und systematisch relevante Themen und gesellschaftliche Trends, um sie in unsere Managementprozesse einzubeziehen und Maßnahmen abzuleiten. Da Nachhaltigkeitsmanagement mehr ist als die Summe von Einzelthemen, ist es entscheidend, deren Interdependenz zu berücksichtigen. Die Themenidentifikation und -bewertung bedarf deshalb der regelmäßigen Aktualisierung und Überprüfung, um gegebenenfalls weitere Bausteine aufzunehmen. Das hilft, unser bestehendes Geschäft zu fördern, neue Geschäftschancen zu ergreifen und Risiken zu minimieren. Wir wissen aus Erfahrung, dass sich nachhaltige Unternehmensführung auszahlt.

Strategische Konzernstruktur

Bei der Ausgestaltung der gesellschaftsrechtlichen Konzernstruktur stehen neben der Abbildung unserer Geschäftsbereichsstruktur insbesondere die Optimierung der Konzernfinanzierung sowie die steuerliche Optimierung im Vordergrund.

Strategische Finanzierungsmaßnahmen

Mit unseren Finanzierungsmaßnahmen verfolgen wir grundsätzlich folgende Ziele:

   Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit

   Gewährleistung einer ausgewogenen Kapitalstruktur

   Begrenzung von Refinanzierungsrisiken durch Diversifizierung der Finanzierungsquellen und -instrumente sowie des Fälligkeitsprofils

   Kostenoptimierung durch Kapitalbeschaffung zu nachhaltig günstigen Konditionen

Im Rahmen dieser Zielsetzung haben wir im Berichtsjahr unsere Kreditlinie in Höhe von 1 Mrd. € um ein Jahr bis Juni 2020 verlängert. Zudem haben wir insgesamt drei Anleihen im Volumen von 1,5 Mrd. € ausstehend. Mit dieser Liquiditätsversorgung, der sonstigen Liquidität sowie künftiger Cashflows stellen wir die Finanzierung allgemeiner Unternehmenszwecke und des Legacy Projekts sicher.

Die Liquiditätssteuerung erfolgt durch die zentrale Treasury-Einheit. Dabei streben wir eine ständige Liquiditätsreserve für die K+S Gruppe von mindestens 300 Mio. € an. Bei Geldanlagen verfolgen wir das Ziel, die Erträge aus liquiden Mitteln in einem ausgewogenen Chance-/Risikoverhältnis zu optimieren.