Unternehmensstrategie und strategische Ausrichtung der Geschäftsbereiche

Wachstumsstrategie 

Im Jahr 2016 hat sich unsere Zwei-Säulen-Strategie erneut bewährt. In einem Umfeld niedriger Preise für kalihaltige Produkte, einem vergleichsweise unterdurchschnittlichen Wintergeschäft und trotz signifikanter Produktionseinschränkungen am Werk Werra konnten wir aufgrund unserer starken Position in Europa, unseren Spezialitäten-Produkten und dem wachstumsorientierten Nicht-Auftausalzgeschäft ein ordentliches Ergebnis erzielen.

Wir wollen in beiden Säulen weiter wachsen und haben uns deshalb im Jahr 2015 das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2020 ein Konzern-EBITDA von rund 1,6 Mrd. € (2016: 0,5 Mrd. €) zu erreichen. Dieses Ziel haben wir trotz der derzeitigen Herausforderungen fest im Blick. Zu diesem Zweck haben wir uns eine Agenda gegeben, deren Umsetzung wir bereits im Jahr 2016 mit den Akquisitionen in China und Saudi-Arabien konsequent fortgesetzt haben. Die Schwerpunkte lauten:

  • Erfolgreiche Inbetriebnahme der neuen Kaliproduktion in Kanada (Legacy Projekt)
  • Bewältigung umweltbezogener Herausforderungen insbesondere in Deutschland
  • Optimierung des Portfolios durch höhermargige Produkte
  • Erfolgreiche Umsetzung der Strategie „Salz 2020“
  • Beibehaltung der Kostendisziplin über das Programm „Fit für die Zukunft“ hinaus

Im Zentrum unserer finanziellen Ziele steht weiterhin die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts in Form einer Prämie auf die Kapitalkosten vor Steuern in Höhe von mindestens 15%. Diese Marke wollen wir spätestens im Jahr 2020 wieder erreichen.

Differenzierung und nachhaltiges Margenwachstum durch Spezialisierung

K+S strebt den Ausbau der Marktpositionen in ihren Geschäftsbereichen insbesondere über die Vermarktung ihrer vielfältigen Spezialprodukte an. Die Veredelung der geförderten Rohsalze ermöglicht die Realisierung höherer Margen und ein gegenüber Marktschwankungen robusteres Geschäft.

Strategische Ausrichtung der Geschäftsbereiche

K+S verfügt mit den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz über zwei in vielen Teilen der Wertschöpfung synergetisch verbundene und sich komplementär ergänzende Arbeitsgebiete mit attraktiven Wachstumsperspektiven.

Strategie Kali- und Magnesiumprodukte

 

Für den Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte ergeben sich folgende strategische Handlungsfelder.

Der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte zielt auf eine ausgewogene Präsenz in den wichtigen Agrarregionen Europa, Südamerika, Nordamerika und Asien ab, um so einen Ausgleich der saisonalen Unterschiede und eine Verminderung von konjunkturell bedingten, regionalen Nachfrageschwankungen zu ermöglichen.

Im Jahr 2016 hat der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte seine Marktstrategie überarbeitet. Der Ausbau von kundengerechten Spezialitäten-Produkten steht hierbei im Vordergrund. Einen wichtigen Beitrag hierzu leistet der neu erworbene Produktionsstandort in Huludao (China). Mit dieser Akquisition wurde das Produktportfolio des Geschäftsbereichs um synthetisches Magnesiumsulfat (SMS) ergänzt. Daneben baut der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte sein Produktangebot im Fertigationsbereich mit einer Beteiligung am SOP-Produzenten Al-Biariq (Saudi-Arabien) konsequent aus. Den Einsatz von Düngemittelspezialitäten in wassersparenden Mikro-Bewässerungssystemen sehen wir als künftiges Wachstumsfeld.

Eine entscheidende Rolle in der neuen Marktstrategie spielt außerdem das Vorantreiben von Innovationen. Der Geschäftsbereich ist davon überzeugt, dass sich – nicht zuletzt durch die zunehmenden Möglichkeiten der Digitalisierung – die Agrarbranche wandeln wird. Der Geschäftsbereich sieht dies als Chance und hat entsprechende Konzepte entwickelt und Strukturen geschaffen mit dem Ziel, den Wandel mitzugestalten.

Sehr bedeutsam ist für uns die Bewältigung umweltbezogener Herausforderungen. Wir wollen die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen bestmöglich nutzen und dabei den Eingriff in die Natur möglichst gering halten. K+S hat in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel unternommen, um die Umweltsituation an Werra und Weser zu verbessern. Wir haben die Salzabwässer von 1997 bis 2015 um fast zwei Drittel reduziert. Allein zwischen 2011 und 2015 haben wir dafür im Rahmen des „Maßnahmenpakets zum Gewässerschutz“ rund 400 Mio. € in modernste technische Anlagen und Verfahren investiert. Mit dem bereits begonnenen Bau einer KKF-Anlage werden wir weitere ca. 180 Mio. € in die Hand nehmen; so wird das Salzabwasseraufkommen ab 2018 nochmals um gut 20% reduziert.

Ein weiterer zentraler Meilenstein wird der Start der Produktion des Legacy Projekts in der kanadischen Provinz Saskatchewan im zweiten Quartal 2017 sein. In den Folgejahren soll die Produktionskapazität sukzessive bis auf jährlich 2,86 Mio. t im Jahr 2023 ausgebaut werden. Mit Abschluss der Bauphase werden dauerhaft mehr als 400 Arbeitsplätze geschaffen. Das Legacy Projekt wird das bestehende Produktionsnetzwerk von K+S um einen bedeutenden nordamerikanischen Standort ergänzen.

Im Geschäftsjahr 2016 wurde als Ergänzung zum gruppenweiten Programm „Fit für die Zukunft“ das Projekt „Kali 2.0“ im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte erfolgreich abgeschlossen. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zielte das Programm neben Kosteneinsparungen auf die Weiterentwicklung von Geschäftsprozessen und die Einführung einer neuen Aufbau- und Ablauforganisation.

Der Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte verfolgt das Ziel, im Jahr 2020 ein EBITDA von mindestens 1,2 Mrd. € zu erzielen.

Strategie Salz

 

Für den Geschäftsbereich Salz ergeben sich folgende strategische Handlungsfelder.

Der Geschäftsbereich Salz zielt insbesondere darauf ab, in ausgewählten Regionen und Produktsegmenten weiter zu wachsen.

Bei unserer europäischen Tochtergesellschaft esco werden die Geschäfts- und Werksprozesse optimiert und die organisatorischen Strukturen angepasst, um flexibler auf Marktveränderungen reagieren zu können. Im Rahmen der Wachstumsstrategie erhöht esco die Produktionskapazitäten für Steinsalz in den deutschen Steinsalzbergwerken. Darüber hinaus setzt esco auf Wachstum in hochmargigen Segmenten, wie beispielsweise bei Pharmasalzen. Mit diesen Maßnahmen wird die Wettbewerbsfähigkeit langfristig gesteigert.

Für unsere US-amerikanische Tochter Morton Salt liegt der Fokus weiterhin auf der Optimierung des nordamerikanischen Produktions- und Distributionsnetzwerks. An der Erreichung der selbst gesetzten, ambitionierten Effektivitäts- und Effizienzziele im Rahmen der Initiative „Score“ hält der Geschäftsbereich weiter fest. Ein aktuelles Beispiel stellt die Neuordnung unserer Solarsalz-Aktivitäten dar. Als Teil dieser Initiative wird Morton Salt das Werk Newark im Bundesstaat Kalifornien im Jahr 2017 schließen und die Kapazitätsauslastung an zwei anderen Solarsalz-Standorten entsprechend erhöhen. Dieser Schritt hin zu einer effizienteren Nutzung bestehender Ressourcen wird sich vorteilhaft auf die Position der Gesellschaft auswirken und zu unseren Wachstumszielen beitragen. Die Optimierung des nordamerikanischen Distributionsnetzwerks soll insbesondere durch eine Konsolidierung unserer Logistikstandorte sowie durch die Rationalisierung des Transportmanagements erfolgen. Im Jahr 2016 hat Morton Salt zudem eine „Masterbrand“-Kampagne unter dem Titel „Walk her Walk“ begonnen, mit der – auch durch soziale Aktivitäten – das Markenimage nachhaltig gestärkt werden soll. Morton Salt setzt dabei insbesondere auf Innovation und eine Premium-Markenstrategie über alle Produkte und Regionen hinweg.

In Chile und Peru konnten wir im Jahr 2016 weitere Erfolge mit den Retail-Speisesalzmarken „Lobos“ und „Biosal“ erzielen. Der Absatz konnte im Jahresverlauf unterstützt durch Werbekampagnen kontinuierlich gesteigert werden. Der Ausbau dieses Geschäfts sowie die Optimierung der Logistikkette werden in den kommenden Jahren weiterhin im Fokus stehen, um in dieser Region die vorhandenen Wachstumspotenziale zu erschließen.

Zusätzlich zum avisierten Wachstum in bestehenden Regionen will der Geschäftsbereich die Expansion nach Asien durch den Ausbau der Lieferungen von Salz für Anwendungen in der chemischen Industrie vorantreiben. Mit Blick darauf konnte der Geschäftsbereich mit dem Erwerb des Solarsalz Projekts „Ashburton Salt“ im Westen Australiens einen wichtigen Meilenstein in Richtung Asien-Expansion erreichen. Die Erteilung erforderlicher Genehmigungen sowie den erfolgreichen Abschluss einer Machbarkeitsstudie vorausgesetzt, wird K+S eine endgültige Investitionsentscheidung voraussichtlich im Jahre 2019 treffen. Daneben soll Morton Salt dort stärker in ausgewählten Regionen und Segmenten etabliert werden. Über Personal vor Ort soll sowohl das strategische Ziel der Absatzsteigerung und Festigung der Kundenbindung in den bereits bedienten Produkt- und Kundensegmenten als auch die Erschließung neuer Segmente erreicht werden.

Unsere Strategie „Salz 2020“, zu der die zuvor genannten Initiativen gehören, nimmt somit weiter an Fahrt auf. Wir befinden uns trotz des insgesamt milden Winters im Jahr 2016 auf einem guten Weg zu unserem Ziel, das operative Ergebnis (EBIT I) des Geschäftsbereichs Salz bis zum Jahr 2020 auf Basis eines Normalwinters auf über 250 Mio. € zu steigern; dies würde einem EBITDA von rund 400 Mio. € entsprechen. Insbesondere mit dem Verkauf von witterungsunabhängigen Salzen wie Verbraucherprodukte, Gewerbe- und Industriesalz sowie Salz für die Lebensmittelindustrie konnten wir seit dem Start unserer Initiative „Salz 2020“ ein deutliches Margenwachstum verzeichnen und in 2016 erstmals mehr als die Hälfte des operativen Ergebnisses hier erzielen.

Ausbau eines ausgewogenen Reginalportfolios

Weltweit sind sowohl Kali- als auch Salzmärkte durch saisonale wie auch regionale Nachfrageschwankungen gekennzeichnet. K+S zielt auf ein ausgewogenes Regionalportfolio ab, das eine Abfederung zyklischer Markttrends sowie einen Ausgleich von anderen, z. B. wetterbedingten, Schwankungen ermöglichen soll.

Setzen von Standards für Qualität, Zuverlässigkeit und Service

Ziel von K+S ist es, im Markt der bevorzugte Partner ihrer Kunden zu sein. Konsequente Kundenorientierung und hohe Produktqualität sind hierfür entscheidende Voraussetzungen. Die individuelle Beratung der Kunden ermöglicht, bedarfsgerechte Lösungen zu identifizieren und anzubieten.

Effizienzsteigerung und Nutzung von Synergien

Die Kosten stellen im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit in den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz einen zentralen Erfolgsfaktor dar. Unser Fokus liegt dabei auf der konsequenten Verfolgung von Kostensenkungs- und Flexibilisierungsinitiativen über die gesamten Prozessketten hinweg. Weiteres Potenzial sehen wir in Bezug auf die Realisierung von Synergien zwischen den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz beim Austausch von technischem, geologischem und logistischem Know-how sowie durch Skaleneffekte bei der Beschaffung von Maschinen und Hilfsstoffen. Darüber hinaus haben wir im Geschäftsjahr gute Fortschritte beim geschäftsbereichsübergreifenden Marktauftritt in ausgewählten Regionen (Cross-Selling) verzeichnen können.

Nachhaltigkeitsstrategie

Wir wissen, dass sich nachhaltige Unternehmensführung auszahlt. Daher identifizieren und bewerten wir frühzeitig und systematisch relevante Themen und gesellschaftliche Trends, um sie in unsere Managementprozesse einzubeziehen und Maßnahmen abzuleiten. Das hilft, unser bestehendes Geschäft zu fördern, neue Geschäftschancen zu ergreifen und Risiken zu minimieren.

Strategische Finanzierungsmaßnahmen

Mit unseren Finanzierungsmaßnahmen verfolgen wir grundsätzlich folgende Ziele:

   Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit

   Gewährleistung einer ausgewogenen Kapitalstruktur

   Begrenzung von Refinanzierungsrisiken durch Diversifizierung der Finanzierungsquellen und -instrumente sowie des Fälligkeitsprofils

   Kostenoptimierung durch Kapitalbeschaffung zu nachhaltig günstigen Konditionen

Zur Umsetzung dieser Zielsetzung haben wir drei Anleihen im Volumen von insgesamt 1,5 Mrd. € ausgegeben. Im Berichtsjahr haben wir zusätzlich Schuldscheindarlehen von insgesamt 700 Mio. € mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinsbindungen platziert. Zudem verfügen wir über eine Kreditlinie in Höhe von 1 Mrd. €, die eine Laufzeit bis Juni 2020 hat. Diese Liquiditätsversorgung sowie die künftigen operativen Cashflows dienen der Finanzierung allgemeiner Unternehmenszwecke und des Legacy Projekts.

Die Liquiditätssteuerung erfolgt durch die zentrale Treasury-Einheit. Dabei streben wir eine ständige Liquiditätsreserve für die K+S GRUPPE von mindestens 300 Mio. € an. Bei Geldanlagen verfolgen wir das Ziel, die Erträge aus liquiden Mitteln in einem ausgewogenen Chance-/Risikoverhältnis zu optimieren.