Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte

Abweichungsanalyse
in %
Q2/10H1/10
Umsatzveränderung + 30,8 + 33,5
- mengenbedingt + 74,3 + 99,8
- strukturbedingt - 22,1 - 37,6
- preis-/preisstellungs-
  bedingt
- 25,7 - 28,8
- währungsbedingt + 4,3 + 0,1
- konsolidierungsbedingt
     
Kaliumchlorid + 35,5 + 52,1
Düngemittelspezialitäten + 50,3 + 41,9
Industrieprodukte - 7,7 - 16,0
Angaben in Mio. €Q2/10Q2/09%H1/10H1/09%
Umsatz 463,5 354,3 + 30,8 961,9 720,3 + 33,5
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA)
139,9 74,2 + 88,5 311,4 191,3 + 62,8
Operatives Ergebnis (EBIT I) 119,2 53,8 + 121,6 269,8 150,8 + 78,9
Investitionen 14,6 28,8 - 49,3 26,9 49,8 - 46,0
Mitarbeiter am 30.06. (Anzahl) 7.706 7.767 - 0,8

Marktumfeld

Im zweiten Quartal 2010 setzte sich die Normalisierung der Nachfrage nach Kalidüngemitteln weiter fort; die im ersten Quartal seitens der Handelsstufe auf der Nordhalbkugel nachgefragten Kalidüngemittel wurden von der Landwirtschaft im Rahmen der Frühjahrsdüngung wieder nahezu auf Normalniveau eingesetzt. Auch in Brasilien und Asien erholte sich die Nachfrage zusehends. Nach den Vertragsabschlüssen einiger Kalianbieter mit chinesischen und indischen Abnehmern Ende des letzten und zu Beginn dieses Jahres bei 350 bzw. 370 US$/t Kaliumchlorid standard inklusive Fracht etablierte sich weltweit ein Preisniveau zwischen 350 und 400 US$/t Kaliumchlorid inklusive Fracht. K+S gab zu Beginn des Jahres 2010 den neuen Preis für Europa mit 285 €/t für granuliertes Kaliumchlorid inklusive Fracht bekannt und kündigte zeitgleich eine Erhöhung um 12 €/t ab März 2010 an; Mitte Juni wurden die Preise moderat um 8 auf 305 €/t angehoben. Die Kapazitätsauslastung erreichte bei den meisten Kaliproduzenten zwar nicht das sehr hohe Niveau des ersten Quartals, war aber dennoch erfreulich.

Umsatz nach Produktgruppen Jan. – Juni 2010
Angaben in %; Vorjahreszahlen in Klammern

Umsatz

Die seit Jahresbeginn deutliche Wiederbelebung der Kalinachfrage führte auch im zweiten Quartal dazu, dass unsere Produktionskapazitäten gut ausgelastet waren. Der Umsatz des Geschäftsbereichs stieg infolgedessen mengen- und währungsbedingt um 109,2 Mio. € bzw. 31 % auf 463,5 Mio. €. Im Bereich Kaliumchlorid sowie Düngemittelspezialitäten konnte der starke Mengenanstieg negative Preis- sowie Struktureffekte deutlich überkompensieren. Vor diesem Hintergrund erzielte der Bereich Kaliumchlorid einen Umsatzzuwachs von 36 % auf 233,3 Mio. €, der Umsatz mit Düngemittelspezialitäten stieg sogar um 54,2 Mio. € auf 160,5 Mio. € an (+ 50 %). Im Bereich Industrieprodukte ging der Umsatz vor allem preisbedingt um 8 % auf 69,2 Mio. € zurück (Q2/09: 75,0 Mio. €). Der Absatz von Kali- und Magnesiumprodukten im zweiten Quartal stieg um 65 % und betrug 1,73 Mio. t (Q2/09: 1,05 Mio. t).

Der Halbjahresumsatz wuchs um insgesamt 34 % auf 961,9 Mio. €, und der Absatz belief sich in der ersten Jahreshälfte auf 3,67 Mio. t. Eine detaillierte Umsatz-, Absatz- und Preisübersicht nach Quartalen und Regionen finden Sie im Anhang auf Seite 37.

Umsatz nach Regionen Jan. – Juni 2010
Angaben in %; Vorjahreszahlen in Klammern

Ergebnisentwicklung

Das operative Ergebnis erreichte im zweiten Quartal 119,2 Mio. € und hat sich damit mehr als verdoppelt (Q2/09: 53,8 Mio. €). Der deutlich höhere Umsatz konnte die mengenbedingt höheren – aber aufgrund der Fixkostendegression unterproportional gestiegenen – Gesamtkosten mehr als ausgleichen; der im zweiten Quartal nochmals deutlich stärker gewordene US-Dollar wirkte sich ebenfalls positiv auf das Ergebnis aus. In den ersten sechs Monaten wurde ein operativer Ergebnisbeitrag von 269,8 Mio. € erzielt (H1/09: 150,8 Mio. €).

Das EBITDA bildete mit 139,9 Mio. € (Q2/09: 74,2 Mio. €) diese Ergebnisentwicklung aufgrund eines nahezu konstanten Abschreibungsniveaus nach. In den ersten sechs Monaten betrug das EBITDA 311,4 Mio. € (H1/09: 191,3 Mio. €).

Ausblick

Im zweiten Quartal zeigte sich, dass die von der Handelsstufe auf der Nordhalbkugel nachgefragten Kalidüngemittel von der Landwirtschaft im Rahmen der Frühjahrsdüngung wieder nahezu auf Normalniveau eingesetzt wurden, so dass die Bestände vor der anstehenden Herbstdüngung wieder auf einem relativ niedrigen Niveau liegen. Die Nachfrage nach Kalidüngemitteln sollte außerdem durch die anhaltend trockene Witterung zu Beginn des dritten Quartals sowie die auch vor diesem Hintergrund gestiegenen Preise für Agrarrohstoffe und die damit künftig verbesserte Ertragssituation der Landwirtschaft begünstigt werden. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere bisherige Absatzprognose von gut 6,5 Mio. t Ware auf 6,5 bis 7,0 Mio. t (2009: 4,3 Mio. t) erneut angehoben. Ausgehend von gegenüber dem ersten Halbjahr moderat rückläufigen Durchschnittspreisen aufgrund erwarteter saisonaler Produktmix- und Staffelpreiseffekte bei einem ansonsten stabilen Kalipreisniveau in der zweiten Jahreshälfte sollte der Umsatz im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr deutlich steigen. Trotz der erwarteten höheren Produktionsleistung dürften die Gesamtkosten aufgrund der Fixkostendegression und der bereits im vergangenen Jahr begonnenen Kostensenkungsmaßnahmen unterproportional steigen. Das operative Ergebnis des Geschäftsbereichs sollte daher das Vorjahresergebnis deutlich übertreffen können.