Lagebericht 
Geschäft und Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Prozentuale Veränderung
des Bruttoinlandsprodukts

(Angaben in %; real)
JahrDeutschlandEU-25/
EU-27
Welt
2010e + 1,4 + 0,8 + 4,0
2009 - 5,0 - 4,2 - 1,1
2008 + 1,3 + 1,2 + 3,1
2007 + 2,5 + 3,1 + 4,8
2006 + 2,9 + 3,3 + 5,3
Quelle: Deka Bank

Die Erholung der Weltwirtschaft hat sich – wie in unserem Finanzbericht des Jahres 2009 prognostiziert – gemäßigt fortgesetzt; einer verlangsamten Entwicklung der Industriestaaten stand ein dynamisches Wachstum der Entwicklungsländer gegenüber. Die Deka Bank prognostiziert vor diesem Hintergrund den Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP)
im Gesamtjahr auf 4,0 %.

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone kam in den letzten Monaten im Vergleich zu den USA ins Stocken; hier wirkten sich verringerte Investitionen, ein Nachlassen der geldpolitischen Impulse sowie eine Dämpfung der Produktion durch einen starken Lagerabbau aus. Der private Konsum blieb hingegen auf konstantem Niveau und die Lage am Arbeitsmarkt stabilisierte bzw. verbesserte sich. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts sollte in der
Eurozone 0,8 % betragen.

In den USA hielt der zumeist von staatlichen Konjunkturprogrammen getragene Aufschwung weiter an.
Das Bruttoinlandsprodukt sollte im Gesamtjahr um 3,4 % wachsen.

In den Schwellenländern verlief die konjunkturelle Erholung deutlich dynamischer als in den Industriestaaten. Während einige wichtige Länder Asiens Konjunkturprogramme bereits in deutlich geringerem Umfang einsetzten, profitierte Brasilien weiterhin von umfangreichen staatlichen Konjunkturstimulierungen sowie dem privaten Konsum.

Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der Federal Reserve Bank (FED) wurde fortgesetzt. Aufgrund der noch nicht nachhaltigen Stabilisierung der Konjunktur geht das Institut für Weltwirtschaft in Kiel erst für Mitte 2011 von einer Anhebung des europäischen Hauptrefinanzierungssatzes aus.

Preisentwicklung von Agrarprodukten und Rohöl
Index: 31. Dezember 2009, Angaben in %

Auf den Rohstoffmärkten zeigte sich im Verlauf des ersten Quartals eine uneinheitliche Entwicklung. Diese war durch ein Ansteigen des Rohölpreises um 3 % auf knapp 83 US-Dollar zum Ende des ersten Quartals charakterisiert, während Agrarrohstoffe wie Weizen, Sojabohnen und Mais zumeist schwächer tendierten; der Preis von Palmöl stieg hingegen stetig an.

Der US-Dollar wurde im Verhältnis zum Euro im ersten Quartal 2010 stärker und notierte zum 31. März 2010 bei 1,35 USD/EUR gegenüber 1,43 USD/EUR zum Jahresende 2009. Diese Entwicklung ist in hohem Maße auf die angespannte Verschuldungssituation einiger europäischer Staaten, insbesondere Griechenlands, zurückzuführen. Neben dem
USD/EUR-Währungsverhältnis ist auch der relative Vergleich zwischen dem Euro und den Währungen unserer Wettbewerber (kanadischer Dollar, Rubel) jeweils zum US-Dollar für uns von Bedeutung. Ein starker US-Dollar hat bei den meisten Kaliproduzenten der Welt einen positiven Einfluss auf die Ertragskraft in ihrer jeweiligen Landeswährung; dies liegt daran, dass der Großteil der weltweiten Kaliproduktion außerhalb des US-Dollarraums liegt, jedoch beinahe sämtliche Verkäufe mit Ausnahme des europäischen Marktes in US-Dollar fakturiert werden.

Die nachfolgende Grafik lässt erkennen, dass wir im Düngemittelgeschäft im ersten Quartal von der Stärke des US-Dollars gegenüber dem Euro profitieren konnten, wohingegen der Dollar gegenüber den Währungen wichtiger Wettbewerber schwächer geworden ist.

EUR/USD-Entwicklung versus CAD/USD und RUB/USD
Index: 31. Dezember 2009; Angaben in %

Auswirkungen auf K+S

Die Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hatten Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf von K+S:

  • Im Vergleich zum Vorjahresquartal ergab sich für den Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte mit durchschnittlich 1,39 USD/EUR inklusive Sicherungskosten aufgrund der auf Seite 4 beschriebenen Stärke des US-Dollars ein deutlich günstigerer Umrechnungskurs als im Vorjahr. Sollte sich der US-Dollarkurs im Jahresverlauf wieder abschwächen, sichern die von uns eingesetzten Optionen für das Gesamtjahr 2010 einen „worst case“ bei etwa 1,43 USD/EUR inklusive
    Kosten ab.
  • Unsere Produktionskosten sind in nicht unerheblichem Maße von Energiekosten, insbesondere für den Bezug von Gas, beeinflusst. Aufgrund der vereinbarten Energiebezugsklauseln mit unseren Lieferanten schlagen sich Energiepreisveränderungen erst mit einem Zeitverzug von sechs bis neun Monaten in unserer Kostenrechnung nieder. Vor diesem Hintergrund profitierten wir im ersten Quartal noch von dem Mitte des letzten Jahres gültigen
    niedrigeren Energiepreisniveau.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Geschäftsfeld Düngemittel

Das erste Quartal 2010 war von einer deutlichen Belebung der Nachfrage nach Düngemitteln geprägt. Während vor allem bei Kalidüngemitteln und Mehrnährstoffdüngern die Nachfrage seitens des Handels auf der Nordhalbkugel in Vorbereitung auf die Frühjahrssaison nach der Kaufzurückhaltung des letzten Jahres wieder erheblich anstieg, setzte sich bei Stickstoffeinzeldüngern der bereits seit Mitte des Jahres 2009 anhaltende positive Nachfragetrend fort. Die Vertragsabschlüsse der Kalianbieter mit den chinesischen und indischen Abnehmern Ende des letzten und zu Beginn dieses Jahres steigerten das Vertrauen in die wiedererlangte Stabilität der Preise und unterstützten damit die Nachfrage. Bei Stickstoffdüngemitteln zogen die Preise vor dem Hintergrund steigender Einstandskosten deutlich an. Die meisten Kaliproduzenten nutzten ihre Produktionskapazitäten wieder nahezu voll aus, und auch die europäischen Produktionsanlagen für Stickstoffdüngemittel liefen wieder auf Volllast. Vor allem auf der Nordhalbkugel schränkten jedoch logistische Probleme, u. a. aufgrund der extremen winterlichen Witterung, den Warenabfluss etwas ein.

Geschäftsfeld Salz

Im westeuropäischen Auftausalzmarkt führte der außergewöhnlich lange Winter im ersten Quartal zu einer sehr hohen Nachfrage, die auch bei maximaler Ausnutzung der verfügbaren lokalen Produktionskapazitäten nicht ganz gedeckt werden konnte. Vor diesem Hintergrund kam es verstärkt zu Importen aus dem Mittelmeerraum (i. W. Marokko, Tunesien, Ägypten) und Osteuropa (i.W. Polen, Rumänien, Ukraine), und auch Speise- sowie Gewerbesalze wurden als Auftaumittel genutzt. Während der Winter in den USA im ersten Quartal relativ normal verlief, herrschte in Kanada ein insgesamt sehr mildes Wetter vor. Das nordamerikanische Preisniveau für Auftausalz lag unter dem des Vorjahreszeitraums, das durch Versorgungsengpässe begünstigt war. Außerdem führte die Kaufzurückhaltung der nordamerikanischen Konsumenten aufgrund der Rezession zu einem geringeren Verbrauch an Wasserenthärtungsprodukten; die Nachfrage nach Industriesalzen zeigte hingegen eine leichte Verbesserung.

Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit

Für eine umfassende Darstellung der Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen in unserem Finanzbericht 2009 auf den Seiten 58 ff. Es ergaben sich im ersten Quartal keine Änderungen in der dort beschriebenen Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit.

Unternehmensstrategie und -steuerung

Für eine umfassende Darstellung der Unternehmensstrategie und -steuerung verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen in unserem Finanzbericht 2009 auf den Seiten 71 ff. Es ergaben sich im ersten Quartal keine Änderungen in der dort beschriebenen Unternehmensstrategie und -steuerung.

Produkte und Dienstleistungen

Für eine umfassende Darstellung unserer Produkte und Dienstleistungen der einzelnen Geschäftsbereiche verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen in unserem Finanzbericht 2009 auf den Seiten 59 ff.

Forschung und Entwicklung

Die Forschungskosten beliefen sich im Berichtsquartal auf insgesamt 3,7 Mio. € und lagen nahezu auf dem Niveau des Vorjahresquartals (Q1/09: 4,0 Mio. €). Der Hauptteil der Forschungskosten entfiel erneut auf erhöhte Anstrengungen zur weiteren Optimierung von Produktionsverfahren zur Verringerung fester und flüssiger Produktionsrückstände in der Kaliproduktion. Am 31. März 2010 waren 78 Forschungs- und Entwicklungsmitarbeiter beschäftigt; damit ist die Anzahl gegenüber dem Vorjahr vor allem konsolidierungsbedingt um zehn Mitarbeiter gestiegen.

Für eine umfassende Darstellung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen in unserem Finanzbericht 2009 auf den Seiten 80 ff. und 142 f.

Mitarbeiter

Personalzahl infolge der Akquisition von Morton Salt um 23 % gestiegen

Am 31. März 2010 waren in der K+S Gruppe insgesamt 15.164 Mitarbeiter beschäftigt. Gegenüber dem
31. März 2009 (12.334 Mitarbeiter) ist die Anzahl damit um 2.830 Mitarbeiter bzw. 23 % gestiegen. Die Erhöhung ist ausschließlich auf die Akquisition von Morton Salt zurückzuführen; bereinigt um diesen konsolidierungsbedingten Effekt wäre die Mitarbeiterzahl der K+S Gruppe insbesondere aufgrund der Personalreduzierungen in den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte sowie Stickstoffdüngemittel um 83 Mitarbeiter zurückgegangen. Die Zahl der Auszubildenden lag am Ende des ersten Quartals bei 519 und damit leicht über der des Vorjahres (31.03.2009: 516).

Bei der Durchschnittsbetrachtung zeigt sich ein ähnliches Bild: Im Berichtsquartal waren durchschnittlich 15.188 Menschen bei K+S beschäftigt – das sind vor allem aufgrund der Einbeziehung von Morton Salt 2.837 Mitarbeiter bzw. 23 % mehr als im ersten Quartal 2009.

Mitarbeiter nach Regionen
Angaben in %; Vorjahreszahlen in Klammern

Personalaufwand

Im ersten Quartal betrug der Personalaufwand 251,4 Mio. € und lag damit um 64,5 Mio. € bzw. rund 34 % über dem Niveau des Vorjahres (Q1/09: 186,9 Mio. €). Der Anstieg ist insbesondere auf die Konsolidierung von Morton Salt zurückzuführen; hierauf entfallen rund 50 Mio. € . Zusätzlich wirkten sich höhere Personalkosten infolge der wieder gestiegenen Produktion im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte und einer höheren Abgrenzung für erfolgsabhängige Vergütung aus.

K+S am Kapitalmarkt

Der K+S-Aktienkursverlauf im ersten Quartal

  • Zu Beginn des ersten Quartals notierte die K+S-Aktie bei rund 40 €. Unterstützt durch positive Analystenkommentare zu den Perspektiven des Düngemittelgeschäfts im Jahr 2010, die durch den Vertragsabschluss Chinas und die vor diesem Hintergrund erwartete Preisstabilisierung getragen wurden, erholte sich die Aktie bis Mitte Januar deutlich.
  • Nach einer kurzen Schwächephase Ende Januar stieg der Kurs bis Anfang März auf ein Hoch von 47,18 €. Neben dem günstigen Marktumfeld trug auch die kalte Witterung in Europa und damit die Aussicht auf ein gutes Ergebnis in unserem Geschäftsbereich Salz dazu bei.
  • Nach der Veröffentlichung der Zahlen zum Geschäftsjahr 2009 am 11. März, die im Rahmen der Erwartungen lagen, bewegte sich der K+S-Aktienkurs zunächst seitwärts.
  • In der letzten Märzwoche kam die Aktie im Zuge sinkender Preise für Agrarprodukte etwas unter Druck und schloss
    am 31. März bei 44,93 €. Damit lag sie um 12,4 % über dem Schlusskurs des Jahres 2009, während der DAX im gleichen Zeitraum nur um 3,3 %, der STOXX um 3,8 % und der MSCI World um 2,7 % zulegten.

Wertentwicklung der K+S-Aktie im Vergleich zu DAX, DJ STOXX 600 und MSCI World
Index: 31. Dezember 2009; Angaben in %

Aufgrund des sich verbessernden Marktumfelds entwickelten sich die Aktien von Düngemittel- sowie Salzproduzenten weltweit in den ersten Monaten des Jahres zumeist positiv. Die K+S-Aktie führte mit einem Plus von 12,4 % im ersten Quartal die Wertentwicklung im Vergleich zu den Düngemittelwettbewerbern an. Lediglich die Aktie des nordamerikanischen Salzherstellers Compass Minerals konnte sich in diesem Zeitraum noch etwas besser entwickeln.

Wertentwicklung der K+S-Aktie im Vergleich zu Wettbewerbern
Index: 31. Dezember 2009; Angaben in %

In der letzten der von uns regelmäßig durchgeführten Research-Umfragen (30. April 2010) stuften uns zehn Bankhäuser auf „Kaufen/Akkumulieren“, sieben auf „Halten/Neutral“ und sieben auf „Reduzieren/Verkaufen“. Das durchschnittliche Kursziel lag bei knapp 46 €.

Aktionärsstruktur

Im ersten Quartal 2010 gab es keine wesentlichen Veränderungen unserer Aktionärsstruktur. Nach Meldungen gemäß
§ 21 WpHG besitzt die Bank of N.T. Butterfield and Son Limited, Bermuda, weiterhin über die MCC Holding Public Company Limited und ihr zuzurechnende Tochterunternehmen rund 15 % der Aktien. MCC hält treuhänderisch Industriebeteiligungen von Andrey Melnichenko. Die BASF SE hält weiterhin rund 10 % unserer Aktien. Ferner hat uns BlackRock Inc. mitgeteilt, dass sie die Meldeschwelle von 3 % überschritten hat. Nach der Streubesitzdefinition der Deutschen Börse AG beträgt der Freefloat unverändert knapp 75 %.

Die K+S-Anleihe

Trotz besserer Konjunkturdaten scheint der Anleihemarkt weiterhin nicht von einem Ende der historischen Niedrigzinsphase auszugehen. Die vor diesem Hintergrund unverändert niedrigen Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen haben dazu beigetragen, dass die K+S-Anleihe am 31. März 2010 bei 107,663 % notierte; dies entspricht einem Zuwachs um
2,357 Prozentpunkte seit dem Jahresende 2009. Damit betrug die stichtagsbezogene Rendite 3,13 % p. a.