Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte

Abweichungsanalyse in %Q1/10
Umsatzveränderung+ 36,2
- mengenbedingt + 134,3
- strukturbedingt - 62,9
- preis-/preisstellungsbedingt - 33,1
- währungsbedingt - 2,2
- konsolidierungsbedingt
   
Kaliumchlorid + 73,0
Düngemittelspezialitäten + 35,8
Industrieprodukte - 23,4
Angaben in Mio. €Q1/10Q1/09%
Umsatz 498,4 366,0 + 36,2
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 171,5 117,1 + 46,5
Operatives Ergebnis (EBIT I) 150,6 97,0 + 55,3
Investitionen 12,3 21,0 - 41,4
Mitarbeiter am 31.03. (Anzahl) 7.766 7.849 - 1,1

Marktumfeld

Die Nachfrage nach Kalidüngemitteln – insbesondere die der Handelsstufe – sprang im ersten Quartal 2010 wieder kräftig an, um Lagerbestände in Vorbereitung auf die Frühjahrssaison der Nordhalbkugel aufzubauen. Auch in Brasilien und Asien normalisierte sich die Nachfrage zusehends. Die Vertragsabschlüsse einiger Kalianbieter mit chinesischen und indischen Abnehmern zum Ende des letzten und zu Beginn dieses Jahres bei 350 bzw. 370 US$/t Kaliumchlorid standard inklusive Fracht steigerten das Vertrauen in ein stabiles Preisniveau und unterstützten damit die Nachfragebelebung. Vor diesem Hintergrund bildete sich auch auf den anderen Überseemärkten ein stabiles Niveau von bis zu 385 US$/t Kaliumchlorid standard bzw. 400 US$/t granuliertes Kaliumchlorid inklusive Fracht heraus. K+S gab zu Beginn des Jahres 2010 den neuen Preis für Europa mit 285 €/t für granuliertes Kaliumchlorid inklusive Fracht bekannt und kündigte zeitgleich eine Erhöhung um 12 €/t ab März 2010 an. Die meisten Kaliproduzenten nutzten ihre Produktionskapazitäten wieder nahezu voll aus. Vor allem auf der Nordhalbkugel schränkten jedoch logistische Probleme, u. a. aufgrund der winterlichen Witterung, den Warenabfluss etwas ein.

Umsatz nach Produktgruppen Jan. – März 2010
Angaben in %; Vorjahreszahlen in Klammern

Umsatz

Die deutliche Wiederbelebung der Kalinachfrage führte im ersten Quartal dazu, dass auch unsere Produktionskapazitäten nahezu voll ausgelastet waren. Der Umsatz des Geschäftsbereichs stieg infolgedessen um 132,4 Mio. € bzw. 36 % auf 498,4 Mio. €. Im Bereich Kaliumchlorid sowie Düngemittelspezialitäten konnte der starke Mengenanstieg negative Preis- sowie Struktureffekte deutlich überkompensieren. Vor diesem Hintergrund erzielte Kaliumchlorid einen Umsatzzuwachs von 73 % auf 236,7 Mio. € und der Umsatz mit Düngemittelspezialitäten stieg um 52,1 Mio. € auf 197,6 Mio. € an (+ 36 %). Im Bereich Industrieprodukte ging der Umsatz nach dem Auslaufen längerfristiger Verträge vor allem preisbedingt um 23 % auf 64,1 Mio. € zurück (Q1/09: 83,7 Mio. €). Der Absatz im ersten Quartal betrug 1,94 Mio. t (Q1/09: 0,90 Mio. t) und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Eine detaillierte Umsatz-, Absatz- und Preisübersicht nach Quartalen und Regionen finden Sie im Anhang auf Seite 33.

Umsatz nach Regionen Jan. – März 2010
Angaben in %; Vorjahreszahlen in Klammern

Ergebnisentwicklung

Das operative Ergebnis erreichte im ersten Quartal 150,6 Mio. € und lag damit um 53,6 Mio. € bzw. 55 % über dem Niveau des Vorjahres. Der deutlich höhere Umsatz konnte die mengenbedingt höheren – aber aufgrund der Fixkostendegression unterproportional gestiegenen – Gesamtkosten mehr als ausgleichen.

Das EBITDA bildete mit 171,5 Mio. € (Q1/09: 117,1 Mio. €) diese Ergebnisentwicklung aufgrund eines nahezu konstanten Abschreibungsniveaus nach.

Ausblick

Im ersten Quartal war die Nachfrage nach Kali- und Magnesiumprodukten hauptsächlich vom Bedarf der Handelsstufe getragen, die ihre sehr niedrigen Lagerbestände in Vorbereitung auf die Frühjahrssaison in Europa wieder erhöhte. Mittlerweile ist festzustellen, dass die vom Handel nachgefragten Mengen auch von der Landwirtschaft eingesetzt wurden. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere bisherige Absatzprognose von knapp 6 auf gut 6,5 Mio. t Ware (2009: 4,3 Mio. t) angehoben.
Auf dieser Basis ist mit Blick auf unsere vorhandene Produktionskapazität in Höhe von knapp 8 Mio. t Kali- und Magnesiumprodukte eine teilweise Rücknahme der Produktion im zweiten Halbjahr wahrscheinlich. Ausgehend von derzeit gültigen Kalipreisen ist aber mit einem gegenüber dem Vorjahr deutlich niedrigeren Durchschnittspreisniveau zu rechnen. Vor diesem Hintergrund sollte der Umsatz im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr spürbar steigen. Trotz der erwarteten höheren Produktionsleistung dürften die Gesamtkosten aufgrund des hohen Fixkostenanteils und der bereits im vergangenen Jahr begonnenen Kostensenkungsmaßnahmen unterproportional steigen. Das operative Ergebnis des Geschäftsbereichs sollte daher das Vorjahresergebnis deutlich übertreffen können.