21. Mai 2010

Führungskultur bei K+S basiert auf gegenseitigem Vertrauen

Neue Leitlinien veröffentlicht: Personalvorstand Dr. Thomas Nöcker und Ingo Werthmann, Leiter Personalentwicklung im Gespräch

Bitte beschreiben Sie die K+S-Führungskultur!
Dr. Thomas Nöcker: Unsere Führungskultur basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Vertrauen ist Voraussetzung für ein engagiertes, kooperatives Miteinander und trägt wesentlich zum Unternehmenserfolg bei. Wir wollen Veränderungen aktiv gestalten und unsere Mitarbeiter fördern – aber auch fordern. Führungskräfte beeinflussen durch ihr Verhalten maßgeblich, wie stark sich Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber und ihren Aufgaben identifizieren. Denn sie prägen die Arbeitsstrukturen in ihrem Bereich und somit auch die Form der Zusammenarbeit. Außerdem bestimmen sie durch ihr Feedback mit, an welchen Werten und Zielen ihre Mitarbeiter ihr Verhalten orientieren und wie motiviert sie ihre Arbeit verrichten. Entsprechend wichtig ist es für K+S, die Führungskultur gezielt zu entwickeln und niederzuschreiben.

Warum hat K+S jetzt Führungsleitlinien veröffentlicht?
Ingo Werthmann: Konkreter Anlass hierfür waren die neu formulierte Vision und Mission, in denen sich Anspruch, Entwicklung und Zielsetzung unseres Unternehmens widerspiegeln. Wie wir unsere Ziele erreichen wollen, dass beantworten wir durch unsere Grundwerte, unseren Verhaltenskodex und nicht zuletzt durch unsere neuen Führungsleitlinien, die im Einklang mit Vision und Mission stehen.

Wie sind diese Leitlinien entstanden?
Werthmann: Natürlich haben unsere Führungskräfte ihre Mitarbeiter bereits gut und effizient geführt, bevor wir diese Leitlinien niedergeschrieben haben! Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe hat die in verschiedenen Unternehmensbereichen existierenden Führungsgrundsätze und Wertebeschreibungen aufgenommen und daraus eine Essenz gewonnen: die K+S-Führungsleitlinien.

Hr. Dr. Nöcker, wie hat der Vorstand diesem Prozess begleitet?
Dr. Nöcker: Wir haben uns im Vorstand intensiv mit dieser „Essenz“ beschäftigt. Dabei sind auch Unterschiede im Führungsverständnis sichtbar geworden; natürlich hat jeder von uns einen eigenen Stil! Aber wir haben festgestellt, dass wir uns im operativen Geschäft an den gleichen Grundwerten orientieren. Hieraus ergab sich die Frage: Wie breit sollte der Korridor sein, in dem sich das Führungsverhalten bei K+S bewegen darf? Die Leitlinien sollen den Führungskräften als „Leitplanken“ für ihr Verhalten dienen, sie sollen diese aber nicht an der Entwicklung eines persönlichen Führungsstils hindern. Sie geben den Führungskräften eine Orientierung, welches Verhalten in unserem Unternehmen gewünscht ist und den Mitarbeitern die Gewissheit, dass sich Führung bei K+S an festen Grundsätzen orientiert – unabhängig vom jeweiligen Vorgesetzten.

Werthmann: Wir sind überzeugt, dass die Vielfalt unserer Mitarbeiter ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor ist! Jedes Unternehmen braucht eine große Bandbreite guter Führungskräfte, weil es so viele verschiedene Führungsaufgaben gibt. Durch die Leitlinien haben wir die Möglichkeit, das Führungsverhalten anhand festgelegter Kriterien einzuschätzen und gezielt weiterzuentwickeln.

Wie werden die Leitlinien im Alltag etabliert?
Werthmann: Wir sind uns bewusst, dass dies der Knackpunkt ist. Menschen verändern nicht ihr Verhalten, weil eine Arbeitsgruppe etwas formuliert und der Vorstand dem zugestimmt hat. Daher werden wir jetzt nach und nach unsere Prozesse und Personalinstrumente auf die Leitlinien hin ausrichten. Ein Beispiel ist das neue Jahresgespräch im AT-Bereich, in dem unsere Mitarbeiter mit Führungsverantwortung von ihren Vorgesetzten auch eine Rückmeldung über ihr Führungsverhalten im Sinne der Leitlinien bekommen. Ein anderes sind unsere Führungsseminare, in denen sich die Teilnehmer mit der neuen Rolle tiefgreifend beschäftigen. Damit sich alle Führungskräfte auf die neuen Herausforderungen vorbereiten können, haben wir außerdem ein Workshop-Konzept erarbeitet, das in diesem Sommer im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte startet.

Nöcker: Auch eine Mitarbeiterbefragung – wie sie in anderen Unternehmen bereits üblich ist - könnte uns Hinweise geben, ob wir alle vom selben Führungsverständnis ausgehen.