K+S
Weltkarte

Risikomanagement


Risikopolitik
Die Geschäftspolitik der K+S Gruppe ist darauf ausgerichtet, dauerhaft angemessene Renditen zu erwirtschaften und den Unternehmenswert kontinuierlich zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, erfordern unsere weltweiten Aktivitäten ein permanentes, verantwortungsvolles Abwägen von Chancen und Risiken. Chancen zu ergreifen sowie die Fähigkeit, Risiken zu erfassen, zu analysieren und mit geeigneten Strategien zu reduzieren, sind wichtige Faktoren unseres unternehmerischen Handelns. Dabei verstehen wir Risiken als mögliche negative Abweichungen von einem geplanten Ergebnis. Systematisches Risikomanagement ist die fortwährende Aufgabe des Vorstands und Führungsaufgabe in jedem Verantwortungsbereich. 
Die auf Seite 48 ff. des Finanzberichtes 2008 beschriebene Organisation der K+S Gruppe gewährleistet klare Verantwortlichkeiten und eindeutige Entscheidungsstrukturen. Sie sind in den Organisationsprinzipien der K+S Gruppe beschrieben, die insbesondere das Zusammenwirken der Holding-Einheiten mit den Geschäftsbereichen im Rahmen der Matrixorganisationsstruktur regeln und die Grundlage für die jeweiligen Verantwortlichkeiten innerhalb des Überwachungssystems sind. Darüber hinaus haben wir ein Compliance-System mit präventivem Charakter eingerichtet.

Chancenmanagement
In der K+S Gruppe sind Chancen- und Risikomanagement eng miteinander verknüpft. Bei Chancen handelt es sich um mögliche positive Abweichungen von einem geplanten Ergebnis. Unser Chancenmanagement leiten wir im Wesentlichen aus den Zielen und Strategien der Geschäftsbereiche ab und sorgen für ein angemessenes Chancen-Risiko-Verhältnis. Die direkte Verantwortung für das frühzeitige und regelmäßige Identifizieren, Analysieren und Managen von Chancen obliegt dem operativen Management in den Geschäftsbereichen bzw. den Leitern der zentralen Holding-Einheiten und ist ein integraler Bestandteil der konzernweiten Planungs- und Steuerungssysteme. Wir beschäftigen uns dazu intensiv mit detaillierten Markt- und Konkurrenzanalysen, Marktszenarien, den relevanten Kostentreibern und kritischen Erfolgsfaktoren auch im politischen Umfeld des Unternehmens. Daraus werden konkrete geschäftsbereichsspezifische Chancenpotenziale abgeleitet und im Rahmen von Zielvereinbarungsgesprächen zwischen Vorstand und den Geschäftsbereichsverantwortlichen diskutiert. Ausgewählte Chancenpotenziale der K+S Gruppe werden im Prognosebericht erläutert.

Risikomanagement
Allgemeines Risikomanagement
Unsere Geschäftsbereiche weisen unterschiedliche Chancen und Risiken auf, zu deren frühzeitiger Erkennung, Bewertung und Begrenzung wir unsere konzerneinheitlichen Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsysteme nutzen. Die eingesetzten Methoden der Risikoerhebung reichen von Markt- und Wettbewerbsanalysen über enge Kontakte zu Kunden, Lieferanten und Institutionen bis zur Verfolgung von Risikoindikatoren aus dem wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Umfeld. Die Bewertung der Risiken erfolgt insbesondere im Hinblick auf Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenhöhen. Die möglichen einmaligen oder nachhaltigen Auswirkungen auf die Unternehmensziele werden dann entscheidungsorientiert aufbereitet. Ein weiterer Baustein des Risikomanagements ist die Entwicklung von gegensteuernden Maßnahmen unter Einbeziehung alternativer Risikoszenarien. So können wir Risiken systematisch und gezielt entgegenwirken und Chancen konsequent nutzen.

Der Vorstand hat im Rahmen seiner Gesamtverantwortung für das Risikomanagement konzernweite Grundsätze und Verhaltensregeln sowie Richtlinien für ein systematisches und effizientes Risikomanagement festgelegt. Das Risikomanagementsystem besteht aus folgenden Elementen:

  • einem unternehmensspezifischen Handbuch zum Risikomanagement,  
  • einem zentralen Risikomanagementbeauftragten,
  • den standardisierten, geschäftsbereichsspezifischen Risikoprofilen,
  • den Informationen über die vollständige, quantifizierte Risikosituation in Zielvereinbarungsgesprächen zwischen Vorstand und den Verantwortlichen der Geschäftsbereiche sowie
  • einer regelmäßigen, einheitlichen Risikoberichterstattung auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene. 

Die Maßnahmen des Risikomanagements werden durch ein Risikocontrolling und ein Managementinformationssystem unterstützt. Das Risikomanagementsystem ist so strukturiert, dass die direkte Verantwortung zur Früherkennung, Analyse, Steuerung und Kommunikation der Risiken dem operativen Management in den Geschäftsbereichen und den zentralen Holding-Einheiten obliegt. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden vierteljährlich identifiziert, die daraus ermittelten Risikopotenziale analysiert, quantitativ bewertet und dem Vorstand berichtet. Kann einem Risiko durch wirksame und angemessene Maßnahmen zuverlässig entgegengewirkt werden, liegt der Fokus der Betrachtung auf dem Restrisiko. Wir beobachten insbesondere die Risiken, deren Eintrittswahrscheinlichkeit 5 % oder mehr beträgt und die gleichzeitig geschäftsbereichsbezogene Schadengrenzwerte überschreiten können. Die Risikoprofile haben sowohl einen Bezug zum laufenden Jahr als auch zur Mittelfristplanung für insgesamt drei Jahre. Erwartete Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 50 % und mehr werden in der Planung bzw. Hochschätzung in Form eines Ergebnisabschlags berücksichtigt. Kurzfristig auftretende Risiken werden bei Eilbedürftigkeit unabhängig von den normalen Berichtswegen direkt an den Vorstand kommuniziert. Die Gesamtschau der Einzelrisiken erfolgt auf Konzernebene grundsätzlich vierteljährlich. Der Aufsichtsrat wird durch den Vorstand ebenfalls regelmäßig und zeitnah informiert. Geschäfte und Maßnahmen von besonderer Bedeutung und Tragweite bedürfen nach Maßgabe einer konzernweit geltenden Regelung der Zustimmung des Vorstands und in besonderen Fällen auch des Aufsichtsrats. 

Die Funktionsfähigkeit unseres Risikomanagementsystems wird regelmäßig von einer geschäftsbereichsübergreifenden Arbeitsgruppe und der internen Revision geprüft. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse dienen zur weiteren Verbesserung der Früherkennung und Steuerung von Risiken. Weiterhin ist die Prüfung der Funktionsfähigkeit und der Wirksamkeit unseres Risikomanagementsystems auch Gegenstand der Abschlussprüfung. Das bestehende System ist geeignet, solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.
Im Folgenden werden der mögliche Eintritt und die Wirkung von Risiken nach Gegensteuerungsmaßnahmen unter den derzeitigen Rahmenbedingungen eingeschätzt; dies erfolgt aus Konzernsicht und bezieht sich auf den Mittelfristzeitraum. Die Bewertung des Eintritts eines Risikos erfolgt nach den Kriterien „unwahrscheinlich, möglich, wahrscheinlich“, die Bewertung der möglichen Wirkung nach den qualitativen Kriterien „moderat, wesentlich, bestandsgefährdend“. Eine Veränderung der Rahmenbedingungen kann im Zeitverlauf zu einer Neubewertung unserer Einschätzungen führen.

Risikomanagement in Bezug auf Finanzinstrumente
Zu den zentralen Aufgaben im Risikomanagement gehört die Begrenzung der Risiken aus Finanzierung und Bewertung. Aus unseren internationalen Aktivitäten können währungsbedingte Risiken entstehen, denen durch Sicherungsgeschäfte im Rahmen unseres Währungsmanagements entgegengewirkt wird.

Die zulässigen Sicherungsinstrumente hat der Vorstand in einer Währungsrichtlinie vorgegeben, die ebenfalls Sicherungsstrategien, Zuständigkeiten, Abläufe und Kontrollmechanismen regelt. Die Sicherungsinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung von Grundgeschäften, nicht aber zu Handels- und Spekulationszwecken genutzt. Die Finanzgeschäfte werden nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen. 

Die eingesetzten Sicherungsinstrumente sollen vor allem negative Schwankungen des Grundgeschäfts begrenzen, gleichzeitig aber eine Teilhabe an positiven Entwicklungen ermöglichen. In diesem Zusammenhang schreibt die Richtlinie u. a. eine Verteilung der Derivate auf verschiedene Institute vor. Sicherungsgeschäfte gehen wir entweder bei einem vorliegenden Grundgeschäft ein oder wenn auf Basis empirisch belastbarer Erkenntnisse mit einem zukünftigen Grundgeschäft sicher gerechnet werden kann
(so genannte antizipative Sicherungsgeschäfte).  

Quelle: Risikobericht im Finanzbericht 2008 

   

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