• Die Gewerkschaft Douglashall eröffnete 1873 das erste privat betriebene Kalibergwerk der Welt


    DAS SALZ DER ERDE -- GRÜNDERJAHRE DER
    KALI- UND DÜNGEMITTELINDUSTRIE

    1856 – 1888: Die Wurzeln der K+S Gruppe reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Damals entstanden in Deutschland die ersten Düngemittelfabriken, die vor allem Phosphat und Superphosphat herstellten. Zu dieser Zeit propagierte Justus von Liebig bereits den Einsatz von Kalidünger.

    Doch erst durch die Entdeckung von kalihaltigen Salzen in Staßfurt 1856 und den Bau der ersten Kalibergwerke der Welt war dieser Rohstoff in großen Mengen verfügbar. Bald darauf setzten Landwirte das Kali als wirksamen Mineraldünger ein, der zusammen mit Phosphat und Stickstoff die Ernteerträge erheblich steigerte. Die steigende Nachfrage nach diesen Pflanzennährstoffen führte zu einem Boom in der deutschen Kali- und Düngemittelindustrie. In den 1880er Jahren setzte sich die Mineraldüngung endgültig durch und revolutionierte die Landwirtschaft.

    1889: Gründung der "Aktiengesellschaft für Bergbau und Tiefbohrung" in Goslar, aus der später die Salzdetfurth AG (1899) – die älteste Vorläuferin der heutigen K+S Aktiengesellschaft – hervorgeht.


  • WEGE DES WACHSTUMS -- DER AUFSTIEG DER DEUTSCHEN KALI- UND DÜNGEMITTELINDUSTRIE

    1888 – 1914: Der weltweite Erfolg des Kalidüngers aus Deutschland führte gegen Ende des 19. Jahrhunderts zur Erschließung neuer Kalireviere und zur Gründung einer Vielzahl von Kaliwerken. Mit Unternehmen wie Wintershall, Salzdetfurth und Burbach an der Spitze stieg die deutsche Kaliindustrie zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig auf. Die Kali- und Düngemittelindustrie entwickelte immer wirksamere Mineraldünger und Düngemittelkombinationen und trug maßgeblich zum schnellen Wachstum der deutschen Landwirtschaft um 1900 bei. Kali war aus der deutschen Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken und hatte sich zum Exportschlager entwickelt.

    Noch vor dem Ersten Weltkrieg entstanden die ersten Konzerne, die die Geschichte der Kaliindustrie im 20. Jahrhundert prägten.

    1894: In Bochum wird die "Kalibohrgesellschaft Wintershall" (seit 1899 Gewerkschaft Wintershall) gegründet, die 1929 in Wintershall AG umbenannt wird.


    Das Stammwerk des aufstrebenden Kaliunternehmens Wintershall in Heringen


  • KRIEGE, KRISEN, KONKURRENZEN - MONOPOLVERLUST UND KONZENTRATIONSPROZESSE

    1914 – 1945: Die drei Jahrzehnte zwischen 1914 und 1945 waren von Kriegen, Wirtschaftskrisen und Diktaturen geprägt. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor Deutschland mit dem Elsass 1919 auch das Kalimonopol. In der Weimarer Republik kam es zu einer verstärkten Konzernbildung bei den deutschen Kaliwerken. Die Unternehmen steigerten in den 1920er und 1930er Jahren durch einschneidende Modernisierungsmaßnahmen ihre Produktivität. Gleichzeitig wuchs der staatliche Einfluss auf die Kaliindustrie, die nach 1933 ein Teil der staatlich gelenkten NS-Wirtschaft wurde. Die Kali- und Düngemittelindustrie hatte eine wichtige Funktion in der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft.

    1918: Bis zum Ende des 1. Weltkriegs, als das Elsass mit seinen Kaliwerken an Frankreich fällt, war das Deutsche Reich das einzige Erzeugerland von Kali in der Welt.

    In den Jahrzehnten nach 1918 werden Kalivorkommen auch in den USA und der Sowjetunion, in Spanien, Italien, Kanada, Israel, Jordanien, in Großbritannien, im Kongo, in Brasilien, China, Thailand, Tunesien und Chile entdeckt.


    Wagenbeladung unter Tage in den 1920er Jahren


  • Kalibahn an der Werra zur Zeit des "Eisernen Vorhangs": Um die grenzüberschreitende Eisenbahnlinie von Hessen durch Thüringen kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der DDR und der Bundesrepublik.


    GETRENNTE WEGE - DIE KALI- UND DÜNGEMITTELINDUSTRIE IM GETEILTEN DEUTSCHLAND

    1945 – 1968: Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die deutsche Kali- und Düngemittelindustrie in West- und Ostdeutschland getrennte Wege gehen. Ehemals zusammenhängende Unternehmen waren nun geteilt und mussten in unterschiedlichen Gesellschaftssystemen neu beginnen. In Ost und West wurden stillgelegte Werke wieder in Betrieb genommen. Gleichzeitig verstärkte sich der internationale Wettbewerb. Vor allem in der Sowjetunion und in Kanada entstanden in den 1950er und 1960er Jahren mächtige neue Kali-Konkurrenten. überkapazitäten waren die Folge. Die westdeutsche Kaliindustrie zog die Konsequenzen, rationalisierte und konzentrierte Kapazitäten.

    1945: Durch die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen und die anschließende Teilung des Landes verbleiben in der Bundesrepublik Deutschland nur etwa 40 Prozent der ehemaligen Produktionskapazitäten. Die verbleibenden 60 Prozent fallen an die DDR.

    Trotz dieser schwierigen Ausgangslage bauen die bereits vor dem Krieg führenden Unternehmen der deutschen Kaliindustrie, die Wintershall AG, die Burbach-Kaliwerke AG, die Salzdetfurth AG, die Kali-Chemie AG und die Preussag eine leistungsfähige Kaliindustrie in der Bundesrepublik auf.


  • ZUSAMMENSCHLÜSSE UND HERAUSFORDERUNGEN – UNTERSCHIEDLICHE ENTWICKLUNGEN IN WEST UND OST

    1968 – 1989: Die Entwicklung der deutschen Kaliindustrie in den 1970er Jahren war von zwei wichtigen Zusammenschlüssen geprägt: Um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, schlossen in der Bundesrepublik die Salzdetfurth AG und die Wintershall AG ihre Kali- und Steinsalzaktivitäten in der neu gegründeten "Kali und Salz" unter dem Dach der BASF zusammen.

    Im Zuge der allgemeinen Kombinatsbildung konzentrierte die DDR ihre Kaliindustrie im "VEB Kombinat Kali". In den 1970er Jahren setzten sich in der Kaliindustrie in beiden Teilen Deutschlands moderne Abbau- und Verarbeitungsverfahren durch.

    Im Westen waren Rationalisierungen und Standortstilllegungen notwendig, um die Konkurrenzfähigkeit zu sichern, während die DDR ihre Kapazitäten ausbaute, um die Exporte zu steigern. In den 1980er Jahren gab es eine erste Annäherung zwischen der ost- und westdeutschen Kaliindustrie.


    Das Titelbild der ersten Werkszeitschrift der neu gegründeten Kali und Salz GmbH; später Kali und Salz AG


  • ZUSAMMEN WACHSEN -- DIE WIEDERVEREINIGUNG DER DEUTSCHEN KALIINDUSTRIE

    1989 – 1997: 9. November 1989: Mit der Mauero¨ffnung begann eine neue ära der deutschen Geschichte. Die Wiedervereinigung bot der deutschen Kaliindustrie die einmalige Chance, gemeinsam eine neue Startposition im internationalen Wettbewerb einzunehmen. Die ost- und westdeutsche Kaliindustrie entwickelten zusammen mit der Treuhandanstalt ein zukunftsweisendes Konzept, um unter gemeinsamer Führung und Nutzung der besten deutschen Lagerstätten auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein. Dieses Konzept der "wirtschaftlichen und sozialen Vernunft" fand breite Zustimmung auch bei Gewerkschaften und Politik.

    Im Zuge der Privatisierung der ostdeutschen Kaliindustrie vereinigten "Mitteldeutsche Kali AG" und "Kali und Salz AG" ihre Kali- und Steinsalzaktivitäten in der "Kali und Salz GmbH".

    Bis 1997 investierte das neue Unternehmen mehr als eine Milliarde Mark in die Modernisierung vor allem der ostdeutschen Kaliwerke. 7.500 Arbeitsplätze in Ost- und Westdeutschland wurden gesichert, davon gut 3.000 in den neuen Bundesländern. Die Kalifusion wurde zu einer der erfolgreichsten Privatisierungen der Treuhandanstalt.


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    Kalibergleute aus Ost und West demonstrierten im September 1993 in Bonn für die Kalifusion

    Das Salzwerk Bernburg in Sachsen-Anhalt wurde mit einer neuen Siedesalz­anlage (1996) ausgerüstet, um unter­schiedliche Siedesalz­produkte in hoher Reinheit herstellen zu können.


  • WACHSTUM ERLEBEN – DAS NEUE GESICHT DER K+S GRUPPE

    Gesundes und nachhaltiges Wachstum zum Nutzen von Anteilseignern, Kunden und Mitarbeitern ist das Ziel der K+S Gruppe. Dank eng vernetzter Geschäftsbereiche, innovativer Produkte und moderner Dienstleistungen hat sich K+S zu einem wachstumsorientierten Anbieter von Spezial- und Standarddüngemitteln, Pflanzenpflege- und Salzprodukten entwickelt. Mit der Übernahme der COMPO und den Gründungen der fertiva sowie der esco hat K+S ihr Portfolio spürbar gestärkt und erweitert.

    Das Unternehmen bietet ein umfassendes Leistungsangebot für Landwirtschaft, Industrie und private Verbraucher, das in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens Grundlagen für Wachstum schafft.

    1998:
    Vollständige Übernahme der Kali und Salz GmbH durch K+S Beteiligungs AG; BASF verringert ihren Anteil auf 25,1 Prozent; Aufnahme von K+S in den MDAX

    1999:
    Änderung des Firmennamens in K+S Aktiengesellschaft; Erwerb der COMPO und Übernahme von Marketing und Vertrieb stickstoffhaltiger Felddünger der BASF (fertiva); BASF verringert ihren Anteil auf rund 15 Prozent

    2000 / 2001:
    Ausbau der Geschäftsbereiche COMPO sowie Salz durch weitere Akquisitionen

    2002:
    Gründung des Salz-Joint-Ventures esco – european salt company zwischen K+S (62 Prozent) und Solvay S.A. (38 Prozent)

    2003:
    BASF verringert ihren Anteil auf rund 10 Prozent

    2004:
    Erwerb des 38-Prozent-Anteils der Solvay an esco
    K+S erwirbt Vertriebs- und Produktionskapazitäten der französischen SCPA und den Granulierstandort CCW (Elsass)


    2004: Der Granulierungsstandort CCW im elsässischen Wittenheim


  • Fokussierung auf Zwei-Säulen-Strategie, die vorsieht, insbesondere in den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz zu wachsen, und Erweiterung der Aktivitäten in Nord- und Südamerika. Aufstieg zum weltweit führenden Salzproduzenten.

    2006:
    Erwerb des chilenischen Salzproduzenten SPL (2013 in K+S Chile umbenannt)

    2008:
    Aufnahme von K+S in den DAX (September)

    2009:
    fertiva und Teile des Profigeschäfts der COMPO werden zum 1. Juli in einer neuen Gesellschaft (K+S Nitrogen GmbH, Mannheim) zusammengeführt.

    Erwerb des nordamerikanischen Salzproduzenten Morton Salt.

    2011:
    Übernahme der kanadischen Potash One mit dem Ziel, ein neues Kaliwerk in Saskatchewan zu errichten.

    Bekanntgabe des Verkauf der COMPO an den europäischen Private-Equity-Investor Triton im Juni.


    2006: Der Tagebau der chilenischen Salztochter SPL in der Tarapaca-Wüste

    2008: Aus Anlass des DAX-Aufstiegs wurde die Fassa-de des K+S-Gebäudes in Kassel mit einem groß dimensionierten, aufmerksamkeitsstarken Banner verhängt

    2009: In Mannheim hat die zum 1. Juli gegründete K+S Nitrogen GmbH ein neues Gebäude bezogen

    2009: Blick auf Chicago – Sitz des im Jahr 2009 erworbenen nordamerikanischen Salzproduzenten Morton Salt


  • 2012 – 2017

    Fortschreiten der Internationalisierung und Stärkung des Kaligeschäfts auch unter schwierigen Rahmenbedingungen.

    2012:
    Offizieller Spatenstich für die umfangreichen Bauarbeiten des neuen Kalistandorts im Süden der kanadischen Provinz Saskatchewan (Juni). Im Sommer 2016 soll das Werk in Betrieb gehen.

    Verkauf der K+S Nitrogen an EuroChem, ein weltweit führendes Agrochemie-Unternehmen (Juli).

    2014:
    Der Bau des neuen K+S Kaliwerks in Kanada macht weitere Fortschritte: Auf der Legacy-Baustelle in der Provinz Saskatchewan ist eine erste Kaverne zur Förderung von kalihaltiger Sole in etwa 1.500 Meter Tiefe fertiggestellt worden.

    Eine Erfolgsgeschichte: K+S wird am 3. Oktober 125 Jahre alt. Damals wie heute gewinnt K+S mit handfester Arbeit Rohstoffe und veredeln diese zu Produkten, die weltweit vielfältigen Nutzen stiften.

    2015:
    K+S eröffnet im September das neue Analytik- und Forschungszentrum (AFZ) der K+S Gruppe in Unterbreizbach. Der Neubau mitten im Werra-Kalirevier bietet für rund 100 Wissenschaftler, Ingenieure und Fachkräfte auf rund 9.000 Quadratmetern Nutzfläche moderne Labor- und Technikumsarbeitsplätze.

    K+S lehnt einen unaufgeforderten Übernahmevorschlag des kanadischen Wettbewerbers PotashCorp ab, da der angebotene Preis nicht annähernd dem fundamentalen Wert des Unternehmens entspricht und nicht im besten Interesse des Unternehmens ist. PotashCorp zieht Anfang Oktober den Übernahmevorschlag zurück.

    2016:
    K+S erwirbt im Dezember einen Anteil in Höhe von 30 Prozent am Düngemittelproduzenten Al-Biariq for Fertilizer Plant Co., Ltd aus Saudi-Arabien. Mit diesem Zukauf will K+S am Wachstum in Nahost, Afrika und Südasien, insbesondere im Segment der Fertigation (= Einsatz von Düngemitteln in Bewässerungssystemen), teilhaben.

    K+S hat den Planungsprozess zur Errichtung einer Produktionsstätte für Solarsalz in Westaustralien nahe Onslow gestartet. Für das Ashburton Salt Projekt wurden im Mai in einem ersten Schritt bergbauliche Lizenzen von einer lokalen Investorengruppe erworben. Mit diesem Projekt will K+S die geplante Expansion nach Asien vorantreiben.

    2017:
    K+S schließt im Januar den Kauf der Aktivitäten des chinesischen Düngemittelherstellers Huludao Magpower Fertilizers Co., Ltd. erfolgreich ab. Mit dem Erwerb wird das Spezialitätengeschäft weiter ausgebaut und mit einem Produktionsstandort in China der Zugang zu den Wachstumsmärkten in Südostasien verbessert.

    Im Mai wurde das neue Kaliwerk in Kanada feierlich eröffnet und damit die knapp fünfjährige Bauphase erfolgreich abgeschlossen worden. Die ersten Tonnen verkaufsfähiges Kali wurden bereits Mitte Juni 2017 produziert. Mit Bethune ist K+S nun ein Kalianbieter mit Produktionsstandorten auf zwei Kontinenten.


    2012: Dr. Ulrich Lamp, zukünftiger CEO und President von K+S Potash Canada, Tim McMillan, Minister of Resources of Saskatchewan, Norbert Steiner, K+S-Vorstandschef, Richard Wilson, scheidender CEO und President von K+S Potash Canada (von links nach rechts).

    2014: Die Legacy-Baustelle: Zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich nimmt das 4,1 Milliarden kanadische Dollar kostende Investitionsprojekt sichtbar Konturen an.

    2015: Blick auf das neue Analytik- und Forschungszentrum (AFZ) der K+S-Gruppe in Unterbreizbach/Thüringen.

    2016: Meersalz-Verdunstungsbecken bei Onslow in Westaustralien.

    2017: Am 2. Mai 2017 wurde das neue Kaliwerk in Kanada feierlich eröffnet.