
Handlungsfelder aus Megatrends
Emerging Markets
Die Nachfrage nach Düngemitteln wird erheblich durch das Wirtschaftswachstum sowie die wirtschaftliche Entwicklung und die damit einhergehenden steigenden Lebensstandards in den relevanten Märkten beeinflusst. In Schwellenländern wie China und Indien gelangen mehr und mehr Menschen zu Wohlstand, die Ernährungsgewohnheiten ändern sich und der Kalorienverbrauch pro Kopf nimmt weiter zu. Die Nachfrage nach qualitativ höherwertigeren Lebensmitteln steigt, insbesondere nach Fleisch- und Milchprodukten. Je mehr dieser Produkte auf dem Speisezettel stehen, desto mehr Futtermittel für die Tiere müssen auf den begrenzt zur Verfügung stehenden Ackerflächen produziert werden. Daher dürfte die Nachfrage nach unseren Düngemitteln sowohl in Europa als auch auf Überseemärkten in den kommenden Jahren ansteigen. Die Wachstumsraten der Überseemärkte Lateinamerika und Südostasien sollten dabei mittel- bis langfristig stärker zulegen. Wir gehen davon aus, in diesen Regionen künftig gut ein Drittel unserer Düngemittel zu verkaufen.
Know-how-Transfer
Auch der Verbrauch von Gewerbe- und Industriesalz wird von Wirtschaftswachstum und Industrialisierung in den Schwellenländern getrieben. Durch unsere chilenische Salztochter SPL profitieren wir seit dem Jahr 2006 von den Wachstumsraten in Südamerika und sind gut aufgestellt, um unsere Vertriebsaktivitäten auch in Richtung der asiatischen Märkte auszubauen.
Bevölkerungswachstum
Die Vereinten Nationen schätzen, dass zur Mitte des 21. Jahrhunderts mehr als neun Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. Dies bietet den Anbietern von Düngemitteln große Chancen, da die landwirtschaftliche Produktion nach jüngsten Schätzungen bis 2050 um 70 Prozent steigen muss, um weitere 2,3 Milliarden Menschen ernähren zu können. Unsere mineralischen Düngemittel leisten dabei einen notwendigen Beitrag zum effizienten und ertragreichen Anbau, um die Weltbevölkerung mit mehr und besseren Nahrungsmitteln zu versorgen.
Demografischer Wandel
Der demographische Wandel in Europa und Nordamerika stellt auch für K+S eine besondere Herausforderung dar. Die Lebenserwartung der Menschen steigt erfreulicherweise weiter, die Geburtenrate jedoch stagniert. Schon jetzt sind einige unserer freien Ausbildungsplätze und offenen Stellen schwieriger zu besetzen. Künftig werden noch weniger junge Menschen für das Arbeitsleben zur Verfügung stehen.
Das bedeutet, dass es entgegen der bisherigen, insbesondere in Deutschland anzutreffenden Praxis der Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeitmodelle in der zukünftigen Arbeitswelt durchschnittlich ältere Belegschaften geben wird. Die Menschen müssen, können und wollen auch länger arbeiten.
Im Jahr 2010 haben wir mit den Vorbereitungen für eine detaillierte Analyse der standortspezifischen Altersstrukturen unserer Belegschaften und der jeweiligen demografischen Herausforderungen begonnen. Dazu wurde ein Instrument zur differenzierten Altersstrukturerhebung entwickelt, das gruppenweit zur Verfügung gestellt werden soll. Im Jahr 2011 wurde zunächst ein Standort in Deutschland bewertet. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse nutzen wir, um das Instrument weiterzuentwickeln. Im Anschluss startet die Analyse sukzessive auf den anderen deutschen Standorten, um dann gruppenweit ausgedehnt zu werden.
Wassermangel
Effiziente Wassernutzung ist ein Schlüsselthema der nachhaltigen Entwicklung. Sollten sich aufgrund klimatischer Veränderungen Wüsten und Steppen weiter ausbreiten, könnten nach Schätzungen der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2025 fast zwei Milliarden Menschen in Gebieten mit absolutem Wassermangel leben. Dies könnte auch auf die dortige Landwirtschaft erhebliche Auswirkungen haben, denn das meiste Wasser – etwa 70 Prozent des weltweiten Verbrauchs – wird für den Anbau von Nahrungsmitteln verwendet. Hält der gegenwärtige Trend an, wird Wasser in den nächsten 50 Jahren zum wichtigsten Engpassfaktor der Landwirtschaft.
K+S forscht intensiv, um die Wassernutzungseffizienz von Pflanze und Boden zu verbessern. Erste Forschungsergebnisse belegen, dass sich eine regelmäßige Kali- und Magnesiumdüngung positiv auf den Wasserhaushalt der Pflanzen auswirkt und eine bessere Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Wassers ermöglicht.
Unter trockenen Bedingungen kommt der Flüssig- und Blattdüngung eine steigende Bedeutung zu, denn die Pflanze kann Nährstoffe kaum aufnehmen, wenn der Boden ausgetrocknet ist. Werden Dünger und Wasser hingegen kombiniert ausgebracht (Fertigation), sind die Nährstoffe für die Pflanzen besser verfügbar. Daher sehen wir in diesem Produktsegment neue Chancen für unser Geschäft.
Klimawandel
Verknappung der Ackerfläche
Klimawandel
Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) kommt zu dem Ergebnis, dass der vorhergesagte Anstieg der Durchschnittstemperatur – je nach Modell zwischen 1 und 2,5 °C bis 2030 – die Anbaubedingungen weltweit beeinträchtigen wird. Sollte sich dies bewahrheiten, könnten in der nördlichen Hemisphäre, beispielsweise in Skandinavien oder in Sibirien, mit steigenden Temperaturen auch die Chancen steigen, Nutzpflanzen anzubauen, die bisher nur in südlicheren Regionen kultiviert werden konnten. In südlichen Hemisphären hingegen würden klimatische Veränderungen wie höhere Temperaturen, steigende Meeresspiegel, Trockenheit und die damit verbundene zunehmende Bodenversalzung die bisherigen Anbaubedingungen für die Landwirtschaft beeinflussen und die zur Verfügung stehende Anbaufläche durch Erosion oder Überflutung verringern. Insgesamt bewerten wir die damit verbunden Chancen als auch Risiken für unser Geschäft aber als gering.
Verknappung der Ackerflächen
Gemäß FAO ist zu erwarten, dass die Anzahl der Tage mit Temperaturen um den Gefrierpunkt steigt, während die Anzahl der Tage mit strengem Frost abnimmt. Auftausalz wird bei Temperaturen um den Gefrierpunkt am stärksten nachgefragt. Daher gehen wir davon aus, dass die prognostizierten klimatischen Veränderungen mittelfristig keine negativen Auswirkungen auf unser Auftausalzgeschäft haben werden.
Die deutsche Industrie wird weiterhin erhebliche Beiträge zum Klimaschutz leisten n. Als Partner der zwischen Bundesregierung und deutscher Wirtschaft vereinbarten Selbstverpflichtung zum Klimaschutz haben wir uns im Jahr 2008 das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2012 die spezifischen CO2-Emissionen auf 28 kg pro Tonne und die absoluten CO2-Emissionen auf 1,1 Mio. Tonnen pro Jahr zu senken.
Energieeffizienz





