Foto: Shutterstock

Nordseeleitung als Lösung der Entsorgungsfrage?

Bereits seit vielen Jahrzehnten wird über die Möglichkeit einer Fernleitung vom Werra-Kalirevier bis zur Nordsee als Entsorgungsweg für die salzhaltigen Abwässer aus der Kaliproduktion diskutiert.

Bei der Betrachtung dieser Entsorgungsoption stellt sich vorrangig die zentrale Frage, ob eine Nordseeleitung ökologisch sinnvoll und ökonomisch verhältnismäßig beziehungsweise zumutbar ist. Weitere wichtige Aspekte bei der Beurteilung dieses Entsorgungsweges sind der gemeinsame politische Konsens der Anrainerländer sowie die Genehmigungsfähigkeit von Bau und Betrieb einer solchen Leitung. 

Auch K+S hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit allen Aspekten dieser Entsorgungsvariante befasst und ist zu dem Ergebnis gelangt, dass eine Nordseeleitung als Lösung der Entsorgungsfrage unrealistisch und nicht sinnvoll ist. Vor allem stehen die Kosten in keinem angemessenen Verhältnis zum möglichen ökologischen Nutzen. Auch die Hessische Landesregierung teilt diese Auffassung. Daher ist die Nordseeleitung im zwischen dem Land Hessen und K+S vereinbarten Vier-Phasen-Plan nicht enthalten.

 

Zum gleichen Ergebnis kommt eine von der Flußgebietsgemeinschaft (FGG) Weser in Auftrag gegebene Öko-Effizienz-Analyse der Universität Leipzig. Hier heißt es: „Wird davon ausgegangen, dass K+S die Maßnahmenkosten zu tragen hat, werden durch Bau und Betrieb der Nordsee-Pipeline sowie die anzusparenden Ewigkeitslasten schätzungsweise 60% bis über 90% des gegenwärtig jährlichen „Economic value added“ (betrieblicher Mehrwert) und somit der überwiegende Teil der betrieblichen Wertschöpfung verlorengehen. Dies kann in der Konsequenz auch eine Betriebseinstellung bedeuten.“

 

Dabei spielt aus Sicht von K+S auch eine erhebliche Rolle, dass die Ökosysteme Werra und Weser langfristig durch eine Vielzahl anderer Stressoren belastet bleiben werden. Hierzu zählen u.a. hohe Nährstoffgehalte (Phosphor und Stickstoff), strukturelle Defizite durch Uferbegradigungen und Staustufen sowie nicht ausreichend geklärte Abwässer.

 

 

Vorgeschlagene Korridore einer Nordseeleitung in den Antragskonferenzunterlagen zum Raumordnungsverfahren (2014)

 

Druckversion  |  Seitenanfang
Folgen Sie uns  LinkedInGlassdoorkununuXINGYouTubeInstagram