
Nach dem Abitur stand für mich fest, dass ich eine Ausbildung machen wollte und nicht wie oftmals üblich ein Studium. Im Vordergrund stand dabei ganz klar der erste Schritt in ein selbstständiges Leben und die finanzielle Unabhängigkeit, mit Hilfe der monatlichen Ausbildungsvergütung. Außerdem wollte ich nach meinem theoretischen Schulalltag mehr ins Praktische übergehen, da ich großes Interesse an Technik habe und mir handwerkliches Arbeiten viel Spaß macht. Ich entschied mich für eine Ausbildung zum Industriemechaniker im Werk Zielitz. Eine Ausbildung in einem größeren Unternehmen sehe ich als Vorteil, da man zusammen mit mehreren Azubis lernt, spezielle Werkstätten und Schulungsräume nur für die Ausbildung bereit stehen und viele verschiedene Bereiche des Unternehmens durchlaufen werden.
Die praktische Ausbildung läuft parallel zur schulischen ab, theoretische Ausbildung in der Berufsschule und praktische im Betrieb ergänzen sich. Ich habe es immer als willkommene Abwechslung gesehen mal zur Arbeit und mal zur Schule zu gehen. Im 1. Lehrjahr werden die Grundlagen mit den Fertigkeiten im Feilen, Sägen und Bohren gelegt. Neben den Werkzeugen zur Bearbeitung stehen auch diverse Prüfmittel für die Kontrolle der Werkstücke auf dem Plan. In verschiedenen Lehrgängen über die gesamte Ausbildungszeit verteilt, erlernt man in Theorie und Praxis den Umgang mit Werkzeugmaschinen (z.B. Drehmaschine, Fräsmaschine), das Schweißen, die Pneumatik und die Hydraulik. Während der Ausbildung habe ich viele Bereiche im Betrieb durchlaufen und bin in die jeweiligen Arbeitsprozesse einbezogen worden. So steht man immer wieder vor einer neuen Herausforderung und es wird nie eintönig. Außerdem habe ich den Gabelstapler- und Kranschein gemacht, der im späteren Berufsalltag benötigt wird. Abgeschlossen wird die Ausbildung mit einer Prüfung, die in 2 Teile gegliedert ist. Der 1.Teil ist bereits nach 1,5 Jahren an der Reihe und bezieht sich auf die Grundfertigkeiten, die man theoretisch und praktisch unter Beweis stellen muss. Der 2. Teil findet nach 3,5 Jahren am Ende der Ausbildung statt und besteht aus allen Inhalten der Ausbildung. Beide Teile bestimmen das Gesamtergebnis der Prüfung und weiterhin werden alle Leistungen während der Ausbildung bewertet, daher muss man sich von Anfang an ins Zeug legen und sein Bestes geben.
Ich habe meine Chance genutzt: Mit Motivation und einer Menge Arbeit daheim am Schreibtisch konnte ich meine Berufsausbildung um ein ganzes Jahr von 3,5 auf 2,5 Jahre verkürzen. Im Oktober 2009 habe ich meine Ausbildung mit Bestnote 1 abgeschlossen und einen zunächst befristeten Arbeitsvertrag erhalten.



