Meersalz-Verdunstungsbecken bei Onslow in Westaustralien.

Eine nachhaltige Industrie

Als Folge der nationalen und bundesstaatlichen Strategien, Abkommen und Gesetze in Australien ist bei neuen Projekten das Konzept der Nachhaltigkeit in die Planung und den Betrieb integriert. Mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung müssen die Auswirkungen auf die Umwelt identifiziert und in der Folge vermieden oder minimiert werden.

Die Gestaltung von Solarsalz-Produktionsstätten hat sich weltweit weiter entwickelt und bei neuen Projekten muss anerkannte Technologie zum Einsatz kommen. Beispiele dafür, wie Auswirkungen üblicherweise vermieden werden können, sind:

  • Die Identifizierung wichtiger Habitate und daraufhin die Verlegung und Umgestaltung der Projektinfrastruktur.
  • Der Einsatz von Förderanlagen statt Fahrzeugtransportrouten zur Reduzierung des ökologischen Footprints, der Vermeidung von Unfällen mit Tieren und der Steigerung der Effizienz.
  • Die Überwachung der Meerwasserpumpwerke, um zu vermeiden, dass sich darin keine Meerestiere verfangen.
  • Einrichtung von Kanälen in Vertiefungen, die sich mit einer linearen Infrastruktur kreuzen, um die Spülung durch die Gezeiten und die Fließwege für Sturmwasser zu erhalten.

Die Quelle von Solarsalz ist erneuerbar (Meerwasser) und die Gewinnungsmethode beruht auf natürlich vorkommenden Prozessen (Verdunstung durch die Sonne). Somit kommt es dabei nicht zum Verbrauch von nicht erneuerbaren Ressourcen. Die Solarsalzherstellung hat eine lange Lebenszeit und trägt damit zur Generationengerechtigkeit bei.

Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Salz in der Region Asien-Pazifik wird vom Bevölkerungswachstum und dem Industriebedarf getrieben. In Australien gibt es Gebiete, die sich für große integrierte Produktionsanlagen eignen, in denen Salz zu konkurrenzfähigen Kosten und in ausreichenden Mengen produziert werden kann, um die steigende Nachfrage bedienen zu können.

Soll ein Solarsalzstandort eines Tages außer Betrieb genommen werden, so kann dieser relativ leicht wieder zurückgebaut werden, da die ursprünglichen Erdarbeiten und die Eingriffe in die Landschaft im Vergleich zu anderen Rohstoffindustrien minimal sind.

Geringer Bedarf an fossilen Energien

Neben Land- und Forstwirtschaft ist die Gewinnung von Solarsalz eine der effizientesten Nutzungen der Sonnenenergie. Die Effizienzquote der Umwandlung der Sonneneinstrahlung in Verdunstung von Wasser aus der Sole beträgt 45%. Solarsalz erfordert nur einen Bruchteil der künstlich erzeugten Energie verglichen mit Salz, das mittels Solung oder thermischer Verdampfung gewonnen wird.

Der Bundesstaat Western Australia hat den Vorteil, dass er als einer der größten Salzgewinnungsstandorte sehr nah an den unterschiedlichen Abnehmern im asiatisch-pazifischen Raum liegt. Dadurch fällt beim Transport weniger CO2-Ausstoß statt als bei alternativen Salzlieferanten.

Schaffung von Habitaten

Die Mehrheit der australischen Solarsalzstandorte liegen in unbewachsenen und supralitoralen, nicht primärproduktiven Salzebenen. Wegen des hypersalinen Grundwassers und der Salzvorkommen in den oberflächennahen Sedimenten sind Salzebenen grundsätzlich sehr lebensfeindliche Gebiete. In den Salzebenen gibt es im allgemeinen keine Flora oder Vegetation (mit Ausnahme gelegentlicher Festlandsüberbleibsel in den Ebenen) oder biologische Aktivität und sie werden auch nicht regelmäßig von terrestrischer Fauna genutzt. Bei der Einrichtung von Solarsalzstandorten werden die Salzebenen mit Meerwasser geflutet. Dadurch entsteht ein Ökosystem, das eine Reihe von einzigartigen ökologischen Nischen bietet.

Schon seit vielen Jahren besteht wissenschaftliches Interesse an der Erforschung der Ökologie von Solarsalzstandorten. Eine mehrstufige Nahrungsmittelkette wird durch das Ökosystem der Standorte unterstützt. Dieses ist im Vergleich zu den kurzfristigen Schwankungen in natürlichen Salinen oder hypersalinen Küstenökosystemen (EUSalt, 2015) verhältnismäßig stabil. Der Salzgehalt in den Becken variiert von Meerwasser bis zu gesättigter Sole und bietet damit eine Bandbreite von Habitaten.

Jungfische, Mollusken und Schalentiere gelangen über das eingepumpte Meerwasser in die Verdunstungsbecken, wo sie schnell wachsen und sich vermehren können. Dort sind sie kaum von Raubfischen bedroht. Organismen mariner Herkunft verschwinden allmählich, wenn sie von den ursprünglichen Becken in ein stärker hypersalines Umfeld gelangen. An ihrer Stelle entwickeln sich andere Salzpflanzen, die dort mangels Konkurrenz wachsen und gedeihen können. So entwickelt sich eine Kette von Organismen in den Verdunstungsbecken, die denen der natürlichen Küstenfeuchtzonen ähnelt.

Primärproduzenten im Ökosystem der Salzbecken bestehen aus Phytoplankton und in geringerem Maße in Zooplankton, die Algenmatten auf dem Grund der Primärstadiumbecken bilden. Die Algenmatten bieten Lebensraum und Nahrung für eine Reihe von Fischarten, Amphipoden, Copepoden, Larven und Jungschalentieren, Mollusken sowie Zug- und Küstenvögel.

Kubaflamingos in Inagua

Schutz der Habitate

In europäischen Ländern gelten Solarsalzproduktionsstätten als künstlich geschaffene Ökosysteme, die als Feuchtgebietet dienen. Sie sind bekannt dafür, dass sie Habitate schützen und so zur Gesamtstrategie beitragen, den Verlust der biologischen Vielfalt wieder umzukehren (EUSalt, 2015).

Literaturhinweise

  • European Salt Producers Association (EuSalt) (2015) Solar Salt Works & the Economic Value of Biodiversity, Tagungsband der International Conference 2014
  • Davis J S., (1979) Biological Management of Solar Saltworks, In: Internationales Salzsymposium, Hamburg, Deutschland, S. 265 – 268
  • V.M. Sedivy (Sedivy) 2008, Environmental balance of salt production speaks in favour of solar saltworks. Salt Partners Ltd., Carl Spitteler Str. 102, Zürich, Schweiz; http://salt-partners.com/pdf/Santorini2006Paper.pdf
  • D. Sundararaj, M Ambika Devi, C Shanmugasundaram, Prof. Abdul A Rahman. 2006, Dynamics of solar saltworks ecosystem in India. Tagungsband der 1. International Conference on the Ecological Importance of Solar Saltworks (CEISSA06), Insel Santorini, Griechenland. Verfügbar unter: https://www.researchgate.net/publication/283070528_DYNAMICS_OF_SOLAR_SALTWORKS_ECOSYSTEM_IN_INDIA [Zugriff darauf am 2. Mai 2016].
  • Quashie A and Oppong D, 2006, Ghanaian Solar Saltworks: Promoting and Protecting the Ecology, Tagungsband der 1. International Conference on the Ecological Importance of Solar Saltworks (CEISSA 06) 174, Insel Santorini, Griechenland. www.srcosmos.gr/srcosmos/showpub.aspx?aa=7868
  • Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), verfügbar unter: http://www.fao.org/fishery/en [accessed May 2, 2016]

Dieser Artikel wurde von EnvrioWorks, Perth, Westaustralien verfasst. www.enviroworks.com.au

 

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